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Polizisten wollen auch in Zivil umsonst fahren

München - Kostenlos Bahn, Bus oder Tram benutzen – für uniformierte Polizisten soll dies ab Januar in ganz Bayern möglich sein. Bisher war dies nur

„Nahezu überall“, sagt der Pressesprecher der bayerischen Polizeigewerkschaft Peter Schall, gebe es in Bayern bereits die Vereinbarung zwischen Polizei und Verkehrsverbänden, dass uniformierte Polizisten gratis die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen dürfen. Die Gegenleistung dafür: Die Beamten sind verpflichtet, eine Dienstwaffe oder ein Pfefferspray mit sich zu tragen und einzuschreiten, wenn etwas passiert. Bei der Bahn und dem Münchner Verkehrsverbund (MVV) gibt es diese Abmachung seit Jahrzehnten.

„Polizisten können das Sicherheitsgefühl stärken“

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) aber hat sich nun an die Verbände der Verkehrsunternehmen in Bayern gewandt, um ab 1. Januar 2010 „eine bayernweit einheitliche Freifahrtregelung für Polizeibeamte in Uniform in allen öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen“. Polizisten könnten die Sicherheit und auch das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste stärken, so Herrmann. Dieser Meinung ist auch die Polizeiliche Gewerkschaft. Doch Herrmanns Forderung würde laut Schall keine großen Veränderungen bringen: „Die Masse hat das schon – in Zivil kostenlos fahren zu dürfen, wäre eine Verbesserung.“ Schon aufgrund des Berufsethos der Polizisten würden diese bei jedem Vorfall einschreiten – egal ob in Uniform oder in Zivilkleidung.

Auch Schall selbst greift immer bei Straftaten ein, ganz egal, welche Kleidung er gerade trägt. So hat der Pressesprecher einmal in Neufahrn (Landkreis Freising) einen Handtaschenräuber verfolgt, den ganzen S-Bahnsteig entlang, bis er ihn zu Boden werfen konnte. „Wir haben ein bisschen gerauft, bis ich ihn davon überzeugen konnte, dass ich Polizist bin.“ Es stellte sich dann heraus, dass der Täter seiner Ex-Freundin aus Rache die Tasche geklaut hatte, aber „die Umstehenden waren von dem Einsatz begeistert“, berichtet Schall.

Außerhalb des Dienstes um die Sicherheit kümmern

Auch Fritz Braun, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, meint: „Es wäre ein großer Vorteil, wenn Polizisten nicht nur in Uniform, sondern auch in Zivil öffentliche Verkehrsmittel gratis benutzen könnten.“ Laut Braun würden auch hinsichtlich dieser Regelung bereits Verhandlungen mit dem Innenministerium laufen. Herrmann selbst hatte nach dem gewaltsamen Tod von Dominik Brunner am S-Bahnhof Solln angekündigt, dass Beamte in Zivil und in Uniform S- und U-Bahnen auch privat kostenlos benutzen dürfen. Denn dann könnten sie sich auch außerhalb des Dienstes mehr um die Sicherheit an Bahnhöfen und in Zügen kümmern.

Der Pressesprecher des Innenministeriums, Holger Plank, ist allerdings vorsichtiger: Nun sei erst einmal der Schritt zur flächendeckenden Regelung für uniformierte Polizisten wichtig. Denn es gebe noch „weiße Flecken auf Bayerns Landkarte“. Wo genau sich diese aber befänden, könne er nicht sagen. Zudem sei es besser, wenn das uniformierte Auftreten der Beamten gefördert werde – um Straftäter schon rein optisch abzuschrecken.

Der MVV hat in dieser Sache schon eine eigene Regelung gefunden, die bereits seit 1992 besteht: Für 18 Euro Eigenanteil im Monat können Polizeibeamte eine verbilligte Sondernetzkarte erwerben – im Gegenzug verpflichteten sich auch die zivilen Beamten zum Eingreifen.

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