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Raimond M., einer der angeklagten Brüder im Fall des Polizistenmord, vor Gericht.

Für Gutachten

Polizistenmord: Angeklagter muss in Psychiatrie

Augsburg - Nach dem Mord an einem Augsburger Polizisten ist ein Angeklagter zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Nun rückt ein Prozess gegen den Bruder des Verurteilten näher.

Der zweite Angeklagte im Augsburger Polizistenmordprozess wird zur Vorbereitung einer neuen Verhandlung in eine Psychiatrie verlegt. Dies hat das Münchner Oberlandesgericht (OLG) angeordnet. In der forensischen Klinik in Haar bei München soll ein Gutachten darüber erstellt werden, ob der 61-Jährige erneut vor Gericht gestellt werden kann. Im vergangenen Jahr war eine erste Verhandlung gegen den Angeklagten wegen dessen Parkinson-Erkrankung geplatzt. Das OLG bestätigte mit der am Mittwoch bekanntgegebenen Entscheidung eine Anordnung des Landgerichts Augsburg.

Der Mann soll gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder im Oktober 2011 den Polizisten Mathias Vieth nach einer Verfolgungsjagd förmlich hingerichtet haben. Der 59 Jahre alte Bruder ist bereits zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe wegen Mordes verurteilt worden. Zudem ordnete die Strafkammer die anschließende Sicherungsverwahrung an, so dass der 59-Jährige voraussichtlich nie mehr auf freien Fuß kommt. Er hatte bereits 1975 bei Augsburg einen Polizisten erschossen.

Die Augsburger Richter wollen den älteren Bruder möglichst in diesem Jahr wieder vor Gericht stellen und brauchen dafür ein neues Gutachten zur Verhandlungsfähigkeit. Die Verteidiger des 61-Jährigen hatten gegen die Entscheidung, ihren Mandanten für sechs Wochen in die Psychiatrie zu verlegen, Beschwerde eingelegt. Der Angeklagte weigert sich, sich von dem Sachverständigen begutachten zu lassen. Doch darin sieht das OLG keinen Hinderungsgrund, denn die Unterbringung in der Klinik erfolge nur zu Beobachtungszwecken. „Bei der Entscheidung war die Schwere der dem Angeklagten zur Last liegenden Taten ebenso zu berücksichtigen wie der Umstand, dass er sich ohnehin nicht auf freiem Fuß befindet, sondern in Untersuchungshaft“, betonte OLG-Sprecherin Margarete Nötzel.

dpa

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