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An dieser Stelle im Siebentischwald wurde der Polizeibeamte ermordet.

Der erste Prozess im Polizistenmord

Augsburg - Die Staatsanwaltschaft Augsburg hat Anklage gegen die Tochter eines der Hauptverdächtigen im Augsburger Polizistenmord erhoben. Was ihr vorgeworfen wird:

Sie ist Medizinisch-Technische Assistentin von Beruf, doch nicht immer hatte die 32-Jährige offenbar die Gesundheit ihrer Mitmenschen im Sinn. Die Staatsanwaltschaft Augsburg hat am Freitag jedenfalls Anklage gegen die Tochter eines der Hauptverdächtigen im Augsburger Polizistenmord erhoben. Der Frau werden mehrere Vergehen vorgeworfen – darunter Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz, Geldwäsche, Hehlerei und Diebstahl. Der Prozess soll am 11. Juni am Amtsgericht stattfinden, der Frau droht eine Gefängnisstrafe.

Im Zuge der Ermittlungen um den Polizistenmord vom Oktober 2011 hatte die Polizei bei ihr ein Waffenarsenal entdeckt. Waffen, darunter auch Handgranaten, die den des Mordes verdächtigen Brüdern Raimund M. (58) und Rudi R. (53) gehören sollen. Die Männer sollen in der Nacht zum 28. Oktober 2011 den Polizeibeamten Mathias Vieth erschossen haben. Vieth wollte die Motorradfahrer, die vermutlich auf dem Weg zu einem Raubüberfall waren, auf einem Parkplatz kontrollieren.

Polizistenmord in Augsburg: Berührende Bilder der Trauerfeier

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Bei der Tochter stellte die Kripo später drei Schnellfeuergewehre vom Typ Kalaschnikow sowie Magazine und umfangreiche Munition sicher; dazu acht Handgranaten, eine Maschinenpistole und fünf scharfe Pistolen und Revolver. Außerdem fanden sich über 38 000 Euro, die von einem Überfall auf ein Werttransportunternehmen herrühren könnten. Nach der Verhaftung ihres Vaters und ihres Onkels Ende Dezember 2011 soll die 32-Jährige dann das Geld teils in ihrer Küche versteckt haben. Sie sitzt seit Januar in Untersuchungshaft. Angeklagt ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft auch ihr Ex-Freund (31). Dem Zimmerer aus dem Kreis Aichach-Friedberg wird vorgeworfen, zusammen mit der Tochter die Waffen verwahrt und auch beim Geldverstecken mitgemacht zu haben.

Gegen die mutmaßlichen Polizistenmörder – Rudi R. und Raimund M. – ist noch keine Anklage erhoben worden. Wann der Prozess gegen sie beginnt, sei daher völlig offen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

tz

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