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Trotz eines Großaufgebots an Einsatzkräften gibt es drei Tage nach dem Mord an einem Streifenpolizisten noch keine heiße Spur von den Verbrechern.

Polizistenmord: Kollegin gibt erste Täterbeschreibung

Augsburg - Die Täter sind noch immer auf der Flucht. Doch es gibt wichtige Hinweise: Die Kollegin des Toten konnte am Sonntag erstmals die Täter beschreiben. Zudem fanden Polizisten DNA-Spuren.

Seit drei Tagen sucht die Polizei fieberhaft die Mörder eines 41-jährigen Streifenpolizisten. Am Freitagmorgen wurde der zweifache Familienvater während einer Schießerei mit zwei Männern in Augsburg tödlich getroffen. Seine 30-jährige Kollegin blieb entgegen ersten Meldungen unverletzt, erlitt aber einen schweren Schock.

Die Sonderkommission „Spickel“ – so heißt das Stadtgebiet, in dem die Tat geschah– geht mit 40 Beamten derzeit rund 180 Hinweisen aus der Bevölkerung nach. An verschiedenen Gegenständen, die die Polizei den Tätern zuordnet, wurden DNA-Spuren gefunden. Diese werden derzeit mit DNA-Material einer Polizei-Datenbank verglichen. Darüber hinaus konnte die Kollegin des erschossenen Polizisten gestern Vormittag vernommen werden. Die 30-jährige Beamtin konnte die Täter vage beschreiben.

Beide Personen, bei denen es sich ihrer Aussage nach um junge Männer handelt, trugen Motorradhelme und dunkle Tücher im Gesicht. Der Beifahrer hatte ein helle Cargohose mit zwei aufgesetzten Taschen an. Außerdem trug er eine dunkel glänzende Jacke und schwarze Turnschuhe. Die Polizistin sah überdies eine schwarze Tasche bei einem der Männer.

Augsburg trauert um ermordeten Polizisten

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Im Laufe des Wochenendes konnten die Beamten auch die Herkunft des Motorrads ermitteln, das die Täter während ihrer Flucht zurückließen. Die Honda CB 500 wurde in der Nacht vom 10. auf den 11. Oktober in Ingolstadt gestohlen. Bereits am Samstag fand die Polizei in einem Wald eine großkalibrige Waffe, aus der die tödlichen Schüsse vermutlich abgefeuert wurden. Es sei auch möglich, dass mehrere Waffen im Spiel gewesen seien, hieß es.

Der Polizei zufolge hatten beide Beamte mehrmals zurückgeschossen. Da überdies beide Täter während ihrer Flucht mit dem Motorrad stürzten, könnten die Unbekannten verletzt sein.

Polizistenmord in Augsburg: Bilder vom Tatort

Polizistenmord in Augsburg

Die Streifenpolizisten hatten die Motorradfahrer am Freitagmorgen gegen drei Uhr routinemäßig kontrollieren wollen. Diese flüchteten sofort. Es entwickelte sich eine waghalsige Verfolgungsjagd über einen Staudamm bis zum Augsburger Stadtwald. Dort stürzten die Motorradfahrer. Aus rund zehn Metern Entfernung eröffneten sie das Feuer, als der Polizist aus dem Wagen stieg. Der 41-Jährige wurde dabei tödlich verletzt. Die Täter entkamen zu Fuß in den Stadtwald. Hunderte von Polizisten durchsuchten das Gebiet, Spürhunde und Hubschrauber kamen zum Einsatz. Doch die Männer sind seither spurlos verschwunden.

Das Verbrechen sorgt für große Anteilnahme. Der Anglerverein, in dem der getötete Polizist und seine beiden Söhne aktiv waren, wünschte den Angehörigen viel Kraft. „Wir werden seine Familie nicht allein lassen“, sagte einer der Angler. Auch der FC Augsburg solidarisierte sich mit der Familie und spielte gestern mit Trauerflor.

Von Patrick Wehner

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