Posthume Würdigung von Max Mannheimer

Kommentar: Flagge zeigen

Bad Aibling - In Bad Aibling hat sich der Stadtrat nicht auf die Benennung einer Straße nach dem im September verstorbenen Holocaust-Überlebenden Max Mannheimer einigen können. Ein Kommentar. 

Keine Frage, der im September verstorbene Holocaust-Überlebende Max Mannheimer hat in seinem Leben Schlimmes durchgemacht. Er selbst jahrelang geschunden im KZ, seine Angehörigen bis auf einen Bruder tot, danach langes Schweigen und Kleinreden des NS-Schreckens. Was ist da schon, über 70 Jahre später, eine Straßenbenennung für den ehemaligen KZ-Häftling?

Es ist ein kleines Zeichen des Anstands, mehr nicht. Umso befremdlicher ist, dass sich der Stadtrat in Bad Aibling selbst mit so einer kleinen Würdigung schwer tut. Er sträubt sich, eine bisher unbenannte Straße in einem Neubaugebiet nach dem verstorbenen Holocaust-Überlebenden zu benennen – mit dem seltsamen Hinweis, dies könne rechtsradikale Schmierereien provozieren. Wer so argumentiert, der zeigt mangelnde Zivilcourage und weicht in vorauseilenden Gehorsam vor den Feinden der Demokratie zurück.

Es wäre wünschenswert, dass auch Kommunalpolitiker hier Flagge zeigen. Muss man erwähnen, dass das gerade in diesen Zeiten angebracht ist? Man muss wohl, leider. Dass es auch anders laufen kann, zeigen Erding, Poing oder Mühldorf – dort nämlich gibt es Initiativen, Mannheimer zu würdigen. Immerhin das ist ermutigend.

Rubriklistenbild: © Haag Klaus

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