Wetter-Walze in Bayern - Mindestens 48 Verletzte

München/Rosenheim - Orkanböen, Starkregen, Blitz und Hagel: Heftige Unwetter fegten am Mittwoch über Süddeutschland hinweg. In Bayern wurden mindestens 48 Menschen verletzt.

Ein Unwetter mit Hagel, sintflutartigem Regen und Sturm hat am Mittwoch in großen Teilen Bayerns gewütet. Mehrere Menschen wurden verletzt, ein Mann schwer. Zahlreiche Bäume seien entwurzelt und Dächer abgedeckt worden, berichtete die Polizei. Zudem seien Keller voller Wasser gelaufen und ein Bauernhof in Obing nach Blitzschlag in Flammen aufgegangen. Auch im unterfränkischen Markt Hösbach gab es einen Dachstuhlbrand, teilte der Kreisbrandmeister des Landkreises Aschaffenburg mit. Am Happingerausee bei Rosenheim gab es eine große Suchaktion nach einem vermissten Kind. Ein besorgter Vater hatte seinen Sohn bei einem Verkaufsstand als vermisst gemeldet, darauf rückten Polizei und weitere Rettungskräfte an. Auch ein Hubschrauber flog den See ab. Allerdings kannte die Polizei den suchenden Vater nicht, so dass letztlich unklar war, ob der Bub nicht längst zu seiner Familie zurückgekommen war.

Unwetter in Stadt und Landkreis Rosenheim: Der Tag danach

Unwetter in Stadt und Landkreis Rosenheim: Der Tag danach

Lesen Sie dazu auch:

Lengdorf: Orkanartige Böen reißen Kirchendach herunter

Feuerwehr: 25 Unwetter-Einsätze in Penzberg

Hagelunwetter im Landkreis Miesbach

Unwetter im Landkreis Starnberg

Unwetter wirft Baumriesen in die Amper

Unwetter verursacht im Landkreis Garmisch-Partenkirchen großen Schaden

Unwetter: Zwei Tote in Baden-Württemberg

Zunächst waren rund um Weilheim, Bad Tölz, Traunstein und Freilassing sowie in den schwäbischen Landkreisen Neu-Ulm und Günzburg entwurzelte Bäume, umgestürzte Bauzäune und überflutete Keller gemeldet worden. In einigen Gegenden deckten starke Winde Dächer ab und ließen Bäume auf Straßen, Bahnlinien und Häuser stürzen. Ackerflächen wurden verwüstet, Äste und Baumstämme demolierten Autos, an den Seen wurden Boote losgerissen.

Zwei Verkaufshäuschen von Erdbeerfeldern in Prien am Chiemsee

und in Rosenheim wurden umgeworfen, die beiden Verkäufer wurden dabei verletzt. Im oberbayerischen Riedering stürzte ein Baum auf ein Gartenhäuschen, der Besitzer erlitt schwerste Verletzungen und wurde mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen.

Hier ein Überblick

In den Landkreisen Weilheim-Schongau und Bad Tölz-Wolfratshausen wurden mehrere Bäume entwurzelt; in der Region Bad Tölz liefen Keller voll.

In Traunstein ging neben jeder Menge Regen auch Hagel nieder, Straßen standen unter Wasser.

Die Bilder aus Traunstein

Hagel und Regen: Das Unwetter in Traunstein

Die größten Schäden wurden in Rosenheim und im Bereich Riedering gemeldet: Hier deckten starke Winde Hausdächer ab und ließen eine Vielzahl an Bäumen auf die Straßen, Bahnlinien und Häuser stürzen. Felder wurden schwer in Mitleidenschaft gezogen, Straßen waren nicht mehr passierbar.

Die Bilder aus dem Landkreis Rosenheim Teil I

Bilder vom Unwetter in Rosenheim

Parkende, aber auch fahrende Pkw wurden ebenso von Bäumen und herabfallenden Ästen getroffen. In mindestens zwei Fällen befanden sich Personen in den Fahrzeugen und mussten von Feuerwehrkräften daraus befreit werden. Laut Polizei zogen sich die Insassen jedoch keine schweren Verletzungen zu.

Zwei Erdbeerverkaufshäuschen, eines in Prien am Chiemsee und eines in Rosenheim, wurden durch den Sturm umgeworfen. In beiden Fällen wurden die Verkäufer dabei verletzt.

Die Bilder aus dem Landkreis Rosenheim Teil II

Die Bilder aus dem Landkreis Rosenheim - Teil II

Schwer traf es einen Mann in Riedering: Ein Baum stürzte auf sein Gartenhäuschen und drückte dieses ein. Er musste von Feuerwehrkräften aus dem Häuschen und unter dem Baum heraus befreit werden. Der Mann erlitt schwerste Verletzungen und wurde mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen.

Vermutlich durch Blitzschlag geriet ein landwirtschaftliches Anwesen in Obing in Brand. Umliegende Feuerwehren konnten das Feuer löschen. Personen wurden dabei nicht verletzt.

Die Bilder aus dem Landkreis Rosenheim - Teil III

Bilder vom Unwetter in Rosenheim Teil III

Auf dem Chiemsee wurden herrenlose Boote gesichtet. Die Wasserschutzpolizei überprüfte diese. Nach bisherigen Erkenntnissen handelt es sich aber lediglich um losgerissene Boote.

Außerdem gab es eine groß angelegte Suchaktion im Bereich des Happinger-Au-See nach einem vermissten Kind: Ein besorgter Vater hatte seinen Sohn bei einem Verkaufsstand abgängig gemeldet. Polizei- und Rettungskräfte waren dort am Mittwochabend im Einsatz. Ein Polizeihubschrauber überflog hierzu auch die Wasserfläche und den Uferbereich. Erschwerend kam hinzu, dass der Vater nicht bekannt war und sich nicht mehr vor Ort befindet. Somit ist bislang nicht geklärt, ob der Sohn mittlerweile wieder wohlbehalten zu seiner Familien zurückgekehrt ist.

S-Bahn-Störung

Nach Abzug einer Unwetterfront kam es in weiten Teilen Bayerns zu Fahrplanabweichungen und Zugausfällen. Dies galt auch für das Netz der S-Bahn München.

Aufgrund von Unwetterschäden ist der S-Bahnverkehr auf der Linie der S 6 komplett eingestellt worden. Ein Schienenersatzverkehr mit Bussen war zwischen München-Pasing und Tutzing eingerichtet.

Die Strecke zwischen Giesing und Taufkirchen war nach dem Unwetter nur eingleisig für den S-Bahnverkehr freigegeben. Daher verkehrte die S3 durchgängig zwischen Holzkirchen und Mammendorf.

Ebenfalls eine Streckensperrung gab es wegen Unwetterschäden zwischen Pasing und Germering-Unterpfaffenhofen. Die S-Bahnen pendelten zwischen Flughafen und München-Pasing, sowie Herrsching und Germering-Unterpfaffenhofen.

Rubriklistenbild: © fkn

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Unwetter in Bayern: Baum begräbt fünf Autos in München unter sich
Es wird ungemütlich: Wetterexperten rechnen für die kommenden Tage mit stürmischem Winterwetter und gefährlicher Glätte. Der DWD warnt nun vor schwerem Gewitter mit …
Unwetter in Bayern: Baum begräbt fünf Autos in München unter sich
Dieser Augsburger hat einen Weltrekord-Diamanten gemacht
Das Gegenteil von Luxus: Diamanten könnten bald zur Massenware werden. Augsburger Forscherhaben für eine Sensation gesorgt – sie haben den größten Diamanten der Welt im …
Dieser Augsburger hat einen Weltrekord-Diamanten gemacht
Säuglingstötung in Regensburg: Mutter wegen Totschlags angeklagt
Rund ein Jahr nach dem Fund einer Babyleiche in Zeitlarn (Landkreis Regensburg) kommt die Mutter des Säuglings vor Gericht.
Säuglingstötung in Regensburg: Mutter wegen Totschlags angeklagt
Todessturz bei Weihnachtsfeier  - Firmenevent endet tragisch
Eine Weihnachtsfeier ist im schwäbischen Langweid am Lech (Landkreis Augsburg) mit einem tödlichen Unfall zu Ende gegangen.
Todessturz bei Weihnachtsfeier  - Firmenevent endet tragisch

Kommentare