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Übung für den Ernstfall: Ein Bergwachtmitglied seilt sich zur Seilbahn-Gondel ab.

Seilbahn-Rettung

Predigtstuhl: Spektakuläre Übung der Bergwacht

Bad Reichenhall/Kirchberg - Rettung aus luftiger Höhe: Mit einer spektakulären Übung haben Bergwacht und Seilbahnbetreiber der Predigtstuhlbahn den Ernstfall geprobt.

Steht die Predigtstuhlbahn und fährt nicht mehr, stehen Bergwacht und Bahnbetreiber vor enormen Herausforderungen; ein Evakuierungsszenario, das während der letzten 86 Jahre so zum Glück noch nie eingetreten ist, denn die Grande Dame der Alpen läuft seit ihrer Inbetriebnahme sehr zuverlässig.

Im Extremfall müssen aber bis zu 25 Passagiere aus großer Höhe und in rauer Umgebung aus der Gondel gerettet oder gegebenenfalls in der Gondel medizinisch versorgt werden. Der Bahnbetreiber hat nun sein Sicherheitskonzept weiter optimiert und zwei Einmann-Seilfahrgeräte beschafft, mit denen im Notfall ein Bergretter von der Bergstation aus über das Zugseil zur Gondel hinab fahren kann, um die Fahrgäste dort zu betreuen oder medizinisch zu versorgen.

„Im Winter geht es dabei vor allem um Wärmeerhalt bei längeren Stehzeiten, im Sommer müssen gegebenenfalls Getränke verteilt werden, wenn es sehr heiß ist. Aber auch akute internistische Notfälle sind denkbar“, erklärt Bergwacht-Pressesprecher Marcus Goebel. Obwohl ein längerer Stillstand der Bahn sehr unwahrscheinlich ist, legen die Aufsichtsbehörden die Latte hoch: Auch nahezu undenkbare Fälle müssen gelöst werden können. Rechtlich betrachtet sind die Seilbahnrettung, das Risikomanagement und die Beschaffung der notwendigen Ausrüstung originäre Aufgabe des Seilbahnbetreibers. Die örtlich zuständige Bergrettungswache Bad Reichenhall unterstützt die Predigtstuhlbahn. 

Bei der Übung waren alle Eventualitäten zu berücksichtigen: Rettung in großer Höhe, kein Hubschrauber-Flugwetter, dazu noch Zeit- und Handlungsdruck. Mit Seilfahrgeräten kann ein Retter am Zugseil abfahrend die Gondel erreichen. Von der Bergstation zur 30 Meter entfernten Gondel ging es hinab, begleitet von kritischen und interessierten Blicken der Aufsichtsbehörde aus München und von den Fachleuten der Seilbahn. Zusätzliche Übungen werden folgen, um mehr Bergretter und Seilbahnpersonal zu schulen.

Die Bergretter testeten auch eine andere, etwas bequemere, aber ebenso zugige und auch spektakulär-luftige Art der Rettung: Mit einer Hilfskabine fuhren sie zusammen mit den Fachleuten der Seilbahn die Strecke der Bahn ab.

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