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Tschechiens Premier Petr Necas hatte am Donnerstag im bayerischen Landtag eine Rede gehalten.

"politisch klug" - "erniedrigend"

Necas-Rede: Pressestimmen aus Tschechien

Prag/München - Für seine Rede im bayerischen Landtag haben tschechische Medien dem Regierungschef Petr Necas Respekt gezollt. Nicht alle nahmen die Rede jedoch wohlwollend auf.

Medien und Politiker in Tschechien haben Regierungschef Petr Necas für seine Rede in München weitgehend Respekt gezollt. Darauf hätten ganze Generationen von Vertriebenen gewartet, kommentierte die konservative Zeitung „Lidove Noviny“ (Freitag). Necas habe „politisch sehr klug gehandelt“, indem er die entscheidende Passage aus der Deutsch-Tschechischen Erklärung von 1997 zitierte. „Neu war der Ort der Rede und die persönliche Dimension“, urteilte das Blatt „Hospodarske Noviny“.

Necas hatte am Donnerstag vor den Abgeordneten des bayerischen Landtags Leid und Unrecht an unschuldigen Menschen bei der Nachkriegsvertreibung der Deutschen aus der früheren Tschechoslowakei eingeräumt.

Tschechiens Außenminister Karel Schwarzenberg sprach von einem „großen Durchbruch“. Endlich hätten alle Hindernisse im nachbarschaftlichen Verhältnis zu Bayern beseitigt werden können. Der Oppositionspolitiker Lubomir Zaoralek äußerte im Namen der tschechischen Sozialdemokraten Anerkennung.

Scharfe Kritik kam von den Kommunisten, die den Auftritt des Ministerpräsidenten als „erniedrigend“ anprangerten: Eine Landtags-Rede käme eher einem der tschechischen Regionspräsidenten zu. Petr Hajek, enger Berater des scheidenden Präsidenten Vaclav Klaus, warnte vor einem „Ausverkauf“ nationaler Interessen. Necas habe Eigentumsforderungen von Vertriebenen Tür und Tor geöffnet.

Mehrere Prager Zeitungen forderten die Sudetendeutschen nun ihrerseits zu einer Entschuldigung für die Schrecken der deutschen Besatzung zur Zeit des Nationalsozialismus auf. „Das wäre ein großer Schritt“, meinte die Zeitung „Pravo“.

dpa

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