Priester befummelt Mädchen im Unterricht: Strafbefehl

Tirschenreuth - In der nördlichen Oberpfalz soll ein katholischer Priester drei Mädchen im Religionsunterricht unsittlich angefasst haben. Jetzt hat das Amtsgericht einen Strafbefehl erlassen.

Das Amtsgericht Tirschenreuth hat gegen einen katholischen Priester einen Strafbefehl wegen sexuellen Kindesmissbrauchs erlassen. Der ehemalige Pfarrer aus Erbendorf in der nördlichen Oberpfalz soll zwischen September und Dezember 2009 drei Mädchen einer Grundschulklasse im Religionsunterricht unsittlich angefasst haben. Deswegen habe das Gericht den Strafbefehl mit einer zehnmonatige Bewährungsstrafe und eine Zahlung von 4000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung erlassen, berichtete das Landgericht Weiden am Dienstag.

Zunächst war gegen den Mann noch wegen weiterer Übergriffe ermittelt worden, über die mehrere Mädchen bei den Vernehmungen durch die Kripo berichtet hatten. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen zu diesen anderen Fällen allerdings eingestellt, weil sie keinen Missbrauch sah. Letztlich blieben vier Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern beziehungsweise Schutzbefohlenen übrig.

Der Strafbefehl ist noch nicht rechtskräftig. Sollte der Priester binnen zwei Wochen widersprechen, würde der Fall beim Amtsgericht öffentlich verhandelt. Der Verteidiger kündigte an, dass sein Mandant die Einspruchsfrist zur Überprüfung der Vorwürfe ausnutzen werde. “Die ihm vorgeworfenen Taten liegen im unteren Bereich der Strafbarkeitsschwelle“, erklärte der Weidener Rechtsanwalt Burkhard Schulze. Einen sexuellen Hintergrund für die Handlungen verneine der Geistliche.

Das Bistum Regensburg hatte den Mann nach Bekanntwerden der Vorwürfe im April beurlaubt. Zunächst hatte ein Ruhestandspfarrer die Erbendorfer Pfarrei übernommen, zum September wurde nun ein neuer Seelsorger bestellt. Gegen den früheren Pfarrer will die Diözese auch ein kirchenrechtliches Verfahren durchführen. Zudem soll der Mann nach Abschluss des Strafverfahrens nicht mehr in Bereichen eingesetzt werden, in denen er Kontakt zu Kindern hat.

dpa

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