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Priester Stefan Hartmann hat sich in einer Fernsehsendung zu seiner 24-jährigen Tochter bekannt. Nun bittet er dem Papst um eine Befreiung vom Zölibat.

Zu Tochter bekannt

Priester bittet Papst um Befreiung vom Zölibat

Oberhaid - Im Januar hat sich Priester Stefan Hartmann öffentlich zu seiner Tochter bekannt. Nun bittet er den Papst um die Befreiung vom Zölibat.

Der bayerische Priester Stefan Hartmann, der sich im Januar zu seiner 24-jährigen Tochter bekannt hat, hat den Papst um Befreiung vom Zölibat gebeten. Am Donnerstagabend veröffentlichte der Pfarrer aus dem oberfränkischen Oberhaid einen Offenen Brief auf seiner Facebook-Seite. Darin schreibt Hartmann, dass sein Zölibatsversprechen von 1981 voreilig war und nicht der Konstitution seiner Person entspreche.

Er bedauere, dass er mit der Mutter seiner Tochter keine weitere Beziehung eingehen konnte. „Ich versuchte, noch einmal entschieden den zölibatären Weg zu gehen, sehe aber seit dem Jahr 2007 zunehmend ein, dass ich dazu wohl nicht in der Lage bin“, schreibt der 59-Jährige. Dennoch will Hartmann nach wie vor als Pfarrer arbeiten: „Ich fühle mich weiter berufen, katholischer Priester, Seelsorger und Theologe sein zu dürfen.“

Die Reaktionen auf seinen Brief seien überwiegend positiv, meint Hartmann. „In der Gemeinde habe ich Rückhalt“, sagte der Priester am Freitag der Nachrichtenagentur dpa in München. Jedoch habe sich der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick geweigert, seinen Brief an den Papst weiterzuleiten. „Deshalb musste ich selbst aktiv werden“, meint Hartmann.

Mit dem Bekenntnis zu seiner Tochter hatte Hartmann die Frage um den Pflichtzölibat - das ist das Eheverbot für Priester - Anfang des Jahres neu angeheizt. Diese Lebensform bezeichnete er als „Anachronismus, der der Kirche schadet“. Auf Drängen des Erzbistums Bamberg hatte er sich Ende Januar jedoch bereiterklärt, die Debatte nicht länger in die Öffentlichkeit zu tragen.

Mit seinem Brief wagt er nun erneut den Schritt ins Rampenlicht. Hartmann beruft sich auf sein Recht auf Redefreiheit. „Das Erzbistum wird nicht begeistert sein. Aber darum geht es mir nicht, sondern um die Frage, ob die Möglichkeit zur Befreiung besteht oder nicht“, betont der Priester. Außerdem gehe es nicht nur um ihn, sondern auch um andere. „Eine positive Antwort könnte in vielen Fällen eine Lösung und Erleichterung bringen.“

dpa

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