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Prost, die Hoheiten: (v.l.) Angela Frauenschuh, 29, aus Augsburg; Petra Zwilcher, 37, aus München; Christine Lang, 21, aus Schweinfurt; Marie-Theres Waldenfels, 24, aus Oberschneiding/Niederbayern; Andrea Lechleiter, 26, aus München; Andrea Lindner, 22, aus München/gebürtige Mittelfränkin; Tina-Christin Rüger, 26, aus Kronach.

Sieben Prinzessinnen Hopfen und Malz

Diese Damen wollen Bayerns Bierkönigin werden

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München - Mit Schaumkrönchen zur Bierkrone – Bayern sucht seine neue Bierkönigin. Gestern hat eine Jury in München sieben Prinzessinnen ausgewählt. Und mal so gesagt: Einige Damen hatten ziemlich starke Argumente.

Tiefstapeln ist nicht: Im Münchner GOP Varieté-Theater wird bayerisches Bier gleich zum Weltfriedens-Garanten. „Da sitzt der Chines’. Da der Araber. Da der Bayer. Alle trinken ein Bier mitanand – und die Welt ist in Ordnung.“ Petra Zwilcher, 37, Münchnerin und nicht gerade auf den Mund gefallen, glaubt ans Bier wie an den lieben Gott. Eine gute Basis, wenn man Bayerns Bierkönigin werden will. „Inoffiziell bin ich’s eh schon“, sagt sie dann noch von der Bühne herunter. „Das müsste man jetzt halt nur noch schriftlich fixieren...“

Moment, nix überstürzen. Die anderen Kandidatinnen haben da auch noch ein Wörtchen mitzureden. Tina-Christin Rüger zum Beispiel, „Reddungsassisdendin“ aus Oberfranken. Zu Hause in Kronach, Heimat des Freischießens, da ist die 26-Jährige schon Bierkönigin – jetzt will sie auch den bayerischen Thron. Ihre Bewerbungsrede ist buchstäblich ein Gedicht: „Jahrelang auf dem Freischießen Krüge gestemmt, da ist man im Umgang mit Menschen nicht verklemmt.“

Man merkt: Die Konkurrenz ist stark. Insgesamt 20 Damen, die meisten in den Zwanzigern, sind aus ganz Bayern in die Landeshauptstadt gekommen, um sich der Jury zu stellen. Gesucht werden sieben Prinzessinnen, aus deren Reihen am 3. Juni Bayerns Bierkönigin gewählt wird. Sie soll das allerheiligste Exportgut des Freistaats in der ganzen Welt vertreten, auf Märkten und Messen, bei Festen und überhaupt überall, wo man für bayerisches Bier so werben kann.

Dirndl, Bier und Dialekt – so viel Bayern ist selten auf der Bühne des GOP Varieté-Theaters. Während sich die Kandidatinnen vorstellen, notieren die Juroren, was das Zeug hält. Spontan soll sie sein, die neue Königin, Ausstrahlung muss sie haben und Liebe fürs Produkt. Klare Kriterien sind das nicht. Das Gesamtbild muss einfach stimmen.

Nur eines sollte die Majestät Hopfen und Malz definitiv draufhaben: ein sicheres Englisch. Denn von 50 bis 60 Terminen, die sie während ihrer einjährigen Amtszeit erwarten, führen einige ins Ausland. Frühere Hoheiten waren schon in Korea, Brasilien und im arabischen Raum, sagt Friedrich Düll, seinerseits Jury-Mitglied und Präsident des Bayerischen Brauerbunds, im bierdünstigen Vorraum des Theatersaals. Nebenbei: Ein bisschen trinkfest darf die Königin schon auch sein.

Dass die Jury diesmal auf Wiesnwirt Sepp Krätz verzichten muss, der laut Düll „auf Eigenwunsch für ein Jahr pausiert“, ist an diesem Nachmittag nicht mehr als eine Randbemerkung. Es geht um jene sieben Kandidatinnen, die eine Chance auf die Krone haben. Die Jury, in der etwa auch BR-Moderatorin Karin Schubert sitzt, berät eine halbe Stunde. Am Ende entscheidet sie sich für sechs Damen im Dirndl und eine in Jeans und Janker. Tina-Christin Rüger hat’s geschafft. Neben ihr kommen noch zwei andere Finalistinnen aus Franken. Einen Herrn im Publikum freut’s: „Ist Zeit, dass es mal ne Fränkin wird.“

Ah ja, Petra Zwilcher – in der x-ten Generation Münchnerin, ist auch im Finale. Ihr Traum: Beim Wiesn-Umzug als Königin mit dabei sein. Ein Münchner Kindl wird sie mit 37 zwar nicht mehr. Egal. „Muss ich halt auf die Bräurosl hinarbeiten.“

Marcus Mäckler

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