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Ein verblühter Löwenzahn steht am 10. Mai bei Unterthingau (Schwaben) vor dem durch Regenwolken schwarzen Himmel. Der Mai war in Bayern finster wie noch nie

Mai finster wie noch nie - Wann der Sommer kommt

München - Von wegen Wonnemonat – ein Alptraum war der Mai heuer! Verregnet – und richtig duster. Als ob Petrus den Lichtschalter ausgedreht hätte. Wann endlich der Sommer kommt.

Das Gefühl trügt nicht, denn: So finster wie heuer war der Mai im Freistaat noch nie. Ganze 110 Sonnenstunden gab’s im Mittel, bisher verwöhnte uns die Sonne im langjährigen Durchschnitt im Mai mit 194 Stunden! Kein Wunder, dass da mancher depressiv wird.

Besonders hart hat es die Oberfranken in Hof getroffen. Mickrige 75,7 sonnige Stunden bescherte ihnen der Mai – das ist kaum mehr als im Februar (72)! Nicht viel besser waren die Menschen im Werdenfelser Land dran: Hier waren’s nur 83 Sonnenstunden – so wenig wie zuletzt 1939. Auch nach Garmisch-Partenkirchen geht eine traurige Bestmarke: Mit rund 260 Litern pro Quadratmeter gab es hier im vergangenen Monat nicht nur die größte Niederschlagsmenge im Freistaat, sondern auch noch die meisten nassen Tage: Von den 31 Mai-Tagen waren glatt 28 verregnet!

Gerhard Hofmann vom Deutschen Wetterdienst in München hat für die tz sein Archiv durchgeblättert – aber so was gab’s noch nie in Bayern! Nur 1961 sah es mal ähnlich zappenduster aus. „In Schäftlarn wurden damals 24 Regentage gezählt, aber mehr gab es, glaub’ ich, auch vorher noch nie“, so Hofmann. Kaum zu fassen, dass angesichts der fehlenden Sonne die weiteren Mai-Daten des Deutschen Wetterdienstes gar nicht so dramatisch klingen: 10,8 Grad war’s im Mittel noch warm, oder besser gesagt, kalt. Das sind nur 0,9 Grad weniger als im langjährigen Durchschnitt. Und auch die Niederschlagsmenge ist gar nicht so außergewöhnlich. 125 Liter pro Quadratmeter waren es, statistisch sind’s im Mittel im Mai immerhin 90 Liter in Bayern.

Und wie geht’s weiter? Noch, so Dr. Guido Wolz vom Deutschen Wetterdienst, bestimmt das Tief Bergthora unser Wetter. Das heißt: es bleibt – wohl noch bis Donnerstag – wechselhaft bei Temperaturen zwischen 15 und 22 Grad. Auf diese Temperaturen klettert das Thermometer auch nur im westlichen Franken und in Schwaben.

Dafür sind die weiteren Prognosen traumhaft: Wie Dominik Jung vom Wetterdienst wetter.net verspricht, kommt ab Samstag der Sommer nach Bayern und bringt bei 22 bis 28 Grad T-Shirt-Wetter mit. „Am Sonntag“, so der Diplom-Meteorologe, wird’s sogar noch einen Tick wärmer.“ Abends drohen dann zwar Gewitter, aber danach bleibt es warm. Und zwar mindestens bis zum Start der Fußball-WM. Den einen oder anderen Schauer wird’s zwar wohl geben – aber was ist das schon, nach diesem Mai …

WdP

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194 Sonnenstunden gibt es im Mittel im Mai. Und so war‘s heuer in

Hof: 75,7 Stunden

Garmisch-Partenkirchen: 83 Stunden

Bad Kohlgrub: 85 Stunden

Würzburg: 96 Stunden

Augsburg: 100 Stunden

Regensburg: 112 Stunden

München-Stadt: 112 Stunden

Nürnberg: 113 Stunden

Passau: 116 Stunden

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