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Ein Kormoran landet auf der Wasseroberfläche.

Protest gegen Kormoran-Abschuss im Schutzgebiet

Augsburg/Unterallgäu - Natur- und Vogelschützer protestieren gegen den Abschuss von Kormoranen im Europäischen Vogelschutzgebiet Mindeltal im Unterallgäu.

Die Regierung von Schwaben hat den Abschuss des Vogels in der Zeit vom 16. August bis 31. März genehmigt. Als Begründung wurde die Gefährdung der heimischen Fischarten Äsche, Bachforelle und Koppe angegeben, die durch den "Fraßdruck" der Kormorane dezimiert würden. Außerhalb des Schutzgebietes dürfen die Vögel bis 30. April gejagt werden. Die neue Regelung gilt nach Regierungsangaben vom Donnerstag bis 2012.

Helmut Beran vom Landesbund für Vogelschutz kritisierte die lange Laufzeit der Abschussgenehmigung für drei Jahre. Dadurch werde der Schutzzweck des Mindeltals für ziehende und rastende Vogelarten in Frage gestellt. Er bemängelte, dass parallel zur Abschussgenehmigung keine begleitenden Untersuchungen eingeleitet wurden, um die Auswirkung der Vogeljagd auf Wiesenbrüter, Zug- und Greifvögel in dem Schutzgebiet zu erfassen. Die Abschusserlaubnis sei ein problematischer Präzedenzfall. Jetzt könnten Fischer oder Landwirte auch die Bejagung anderer geschützter Arten wie den Biber oder die Otter fordern.

Vögel würden bedrohte Fischarten gefährden

Thomas Frey vom Bund Naturschutz in Bayern zeigte kein Verständnis für den Kormoranabschuss. Die Gefährdung der heimischen Fischarten gehe nicht von den Vögeln aus. Vielmehr würden die Fließgewässer mit massiven Verbauungen und Wasserkraftanlagen nicht mehr den natürlichen Lebensbedingungen dieser Arten entsprechen. Frey forderte Unterstützung für die Bemühungen der Fischer, den Bestand von Äschen und Bachforellen durch Zuchtprogramme zu stabilisieren. Dazu müssten aber die Einschränkungen der Lebensräume für diese Fische wieder aufgehoben werden. Durch den Abschuss der Kormorane sei das nicht zu erreichen.

Die Regierung von Schwaben erklärte, durch die Vögel würden die bedrohten Arten zusätzlich gefährdet. Deshalb sei in den Gewässerabschnitten mit fischökologisch wertvollen Beständen die Jagdgenehmigung erteilt worden.

lby

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