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Stellten sich den Protesten der Milchbauern: Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (li.),der bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (beide CSU ) sowie EU -Agrar-Kommissarin Mariann Fischer-Boel.

Der Protest klingt bis in die Berge

Krün - Eigentlich soll es um die Zukunft der Bergbauern gehen – doch wenn die EU -Agrarkommissarin in Oberbayern ist, bringen natürlich auch die Milchbauern ihre berechtigten Sorgen vor.

Lassen Sie uns nicht untergehen. Wir wollen nur arbeiten, damit unsere Kinder eine Zukunft haben.“ Unter Tränen bittet Margot Gebhart aus Wertach/Allgäu die EU -Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel darum, die Milchquote sofort um fünf Prozent zu senken. Die Mutter von sechs Kindern ist eine von mehreren hundert Bauern, die mit Traktoren nach Krün (Kreis Garmisch-Partenkirchen) gekommen sind, um gegen die Milch-Politik zu protestieren.

Balthasar Brandhofer aus Waakirchen (Kreis Miesbach), Landeschef des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM), überreicht Fischer Boel eine Resolution, in der die sofortige Absenkung der Milchquote gefordert wird. „Macht- und Gewinnstreben unersättlicher Konzerne in Verbindung mit katastrophalen Fehlentscheidungen der politischen Vertreter haben unsere Betriebe an den Rand des Ruins gebracht“, ruft er. Der Milchpreis befinde sich im freien Fall. Christine Schneebichler aus Neubeuern warnt die Kommissarin: „Sie werden von uns keine Ruhe mehr bekommen.“ Die Politik, die Fischer Boel vertrete, bedeute für zehntausende Milchbauern in Europa das Aus.

Die Kommissarin nimmt die Resolution im Beisein von Bundesagrarministerin Ilse Aigner und dem bayerischen Minister Helmut Brunner entgegen – setzt sich aber nicht mit den Demonstranten auseinander. Das Trio marschiert zum Kurhaus, wo Experten aus sieben Alpenländern und -regionen über die Zukunft der Berglandwirtschaft diskutieren.

Brunner überreicht der Kommissarin einen Forderungskatalog der Alpenländer, wonach in der nächsten EU -Förderperiode ab 2013 den extremen Arbeitsbedingungen in Bergregionen noch mehr Rechnung getragen werden müsse. Für Bayern verkündet er, dass er baldmöglichst für kleine Bergbauern ein neues Programm auflegen will. Dabei sollen die Bagatellgrenzen für Bauvorhaben auf 10 000 Euro gesenkt werden, bei Kleinmaschinen sogar auf 5000 Euro. Aigner betont den großen gesellschaftlichen Nutzen der Berglandwirtschaft. Bewirtschaftete Bergregionen trügen zum Schutz vor Lawinen und Hochwasser bei. Gleichzeitig förderten sie den Tourismus. Sie will sich für eine noch breitere Unterstützung einsetzen.

Fischer Boel verspricht, die Forderungen der Alpenländer genau zu prüfen. Die Ideen würden in die Diskussion über die künftige Agrarpolitik eingehen. „Wir werden sicherstellen, dass die Berglandschaften einen festen Platz in der Agrarpolitik haben.“ Ob im Herbst aber Mariann Fischer Boel noch EU -Agrarkommissarin sein wird, ist ungewiss.

von Claudia Möllers

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