Verurteilt wegen Untreue und Betrug

Prozess um Afrika-Hilfsverein: Vorsitzende muss ins Gefängnis

Schweinfurt - Spenden für Afrika wollte sie sammeln - das Geld gab sie dann aber selbst aus. Nun hat ein Gericht über die Vorsitzende eines unterfränkischen Hilfsvereins geurteilt.

Die Vorsitzende des Afrika-Hilfsvereins „all4africa“ muss wegen Untreue und Betruges ins Gefängnis. Das Landgericht Schweinfurt verurteilte die 61-Jährige am Mittwoch zu drei Jahren und neun Monaten Haft. Die Frau stand vor Gericht, weil sie engagiert Spenden sammelte, von dem Geld in Afrika aber kaum etwas ankam.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die Frau in neun Fällen Gelder des Vereins veruntreut hat. Unter anderem habe sie eine private Safari-Reise mit Geldern des Vereins bezahlt. Außerdem habe sie mehrfach Prozesskostenhilfe und Sozialhilfe bezogen und dabei ein Konto verschwiegen, das ein Strohmann für sie führte. Deshalb sei sie auch des Betruges schuldig.

Laut Deutschem Zentralinstitut für soziale Fragen sind Verurteilungen wegen Missbrauchs von Spendengeldern sehr selten. „Eine Verurteilung gibt es vielleicht alle fünf bis zehn Jahre“, sagte Geschäftsführer Burkhard Wilke. Das Institut hatte „all4africa“ schon vor dem Prozess zweifelhaften Umgang mit Spendengeldern bescheinigt.

Die Richter entsprachen mit ihrem Urteil der Forderung der Staatsanwaltschaft. „Lug und Trug, verschleiern und tricksen zum eigenen Vorteil“, attestierte der Staatsanwalt der Angeklagten. Die 61-Jährige hatte die Vorwürfe stets bestritten. Ihre Verteidiger forderten eine Haftstrafe von lediglich einem Jahr auf Bewährung. Die Angeklagte sei nur des Betruges, nicht aber der Untreue schuldig.

Mehrere Fälle von mutmaßlicher Untreue stellte das Gericht auch ein, ursprünglich waren 21 Fälle von gewerbsmäßiger Untreue angeklagt. Auch den Vorwurf der Urkundenfälschung ließ das Gericht fallen.

dpa

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