2050 Waren verkauft - aber nie geliefert

Augsburg - Sie haben im Internet Waren im Millionenwert verkauft - und die Artikel nie ausgeliefert. Dafür stehen vier Personen nun in Augsburg vor Gericht.

Wegen Internetkriminalität in großem Stil müssen sich die drei Männer und eine Frau vor dem Augsburger Landgericht verantworten. Sie sollen zwischen 2008 und 2011 über gefälschte Online-Shops gegen Vorkasse Waren im Wert von mehr als 1,1 Millionen Euro verkauft haben - ohne die Artikel jemals auszuliefern. Der Anwalt eines 23 Jahre alten Angeklagten aus Essen zweifelte zum Prozessbeginn die Zuständigkeit des Landgerichts an, da nur rund 50 der etwa 2050 vorgeworfenen Fälle in dessen Bereich lägen. Außerdem sei für seinen Mandanten die Jugendkammer zuständig und nicht die Wirtschaftskammer. Die Verhandlung wurde daher zunächst unterbrochen.

Die Anklage lautet unter anderem auf banden- und gewerbsmäßigen Betrug, Datenfälschung, Ausspähung von Daten, Nötigung und Bedrohung. Alle Beschuldigten kommen aus Nordrhein-Westfalen. Neben dem Essener sind ein 36-Jähriger aus Bergisch Gladbach angeklagt, eine 30-Jährige aus Steinheim und 30-Jähriger aus Lüdenscheid. Im Mai 2011 hatte es eine bundesweite Durchsuchungsaktion und Festnahmen gegeben.

dpa

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