Der 19-Jährige ist des 47-fachen versuchten Mordes angeklagt.

Prozess gegen Amokläufer hinter verschlossenen Türen

Ansbach - Gegen den Amokläufer von Ansbach, der 2009 Brandsätze in das Gymnasium Carolinum geworfen hatte, wird voraussichtlich hinter verschlossenen Türen verhandelt.

Die Jugendkammer des Landgerichts Ansbach will über den Ausschluss der Öffentlichkeit zwar erst beim Prozessauftakt am 22. April entscheiden. “Es muss jedoch damit gerechnet werden, dass ein weitgehender Ausschluss erfolgt“, teilte Gerichtssprecher Manfred Eichner am Montag mit.

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Der 19-Jährige ist des 47-fachen versuchten Mordes angeklagt. Der damalige Abiturient war im September 2009 in das Ansbacher Gymnasium Carolinum gestürmt, hatte Brandsätze in zwei Klassenzimmer geworfen und mit dem Beil auf Schüler eingeschlagen. Zwei 15 Jahre alte Mädchen wurden schwer verletzt, ein Lehrer und sieben weitere Schüler erlitten leichte Verletzungen. Polizisten stoppten den Amokläufer mit drei Schüssen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Schüler vor, er habe “eine erhebliche Anzahl zufällig ausgewählter Menschen“ heimtückisch töten und die Schule in Brand setzen wollen. Sie stuft den Täter als gefährlich für die Allgemeinheit ein. Es sei zu erwarten, dass er weitere “erhebliche rechtswidrige Taten“ begehen würde, heißt es in der am Montag veröffentlichten Anklageschrift.

Ansbach: Der Tag nach dem Amoklauf

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Bei dem Amoklauf litt er laut Staatsanwaltschaft unter einer gravierenden schizoiden Persönlichkeitsstörung. Zwar habe er das Unrecht seines Tuns erkennen können; “sein Vermögen, nach dieser Einsicht zu handeln, war jedoch erheblich vermindert“. Der 19-Jährige ist in der geschlossenen psychiatrischen Abteilung des Bezirkskrankenhauses Ansbach untergebracht.

dpa

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