Prozess gegen "Autobumser" hat begonnen

Traunstein/Mühldorf - Im zweiten Anlauf hat am Freitag der Prozess gegen die sogenannte “Autobumser“-Bande aus Südostbayern begonnen. Die vier Angeklagten sollen mehr als nur Versicherungs-Betrug auf dem Kerbholz haben.

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Vier Männer im Alter zwischen 38 und 57 Jahren sind wegen Bandenbetruges vor dem Landgericht Traunstein angeklagt. Sie sollen im Raum Mühldorf a. Inn und Altötting von 2006 bis 2009 mehr als 30 Verkehrsunfälle vorgetäuscht haben. Während einer Hausdurchsuchung fanden Kripo-Beamte beim 49 Jahre alten Hauptangeklagten außerdem verbotene jugendpornografische Bilder.

Mit den fingierten Unfällen wollte die Bande von ihren Kfz- Versicherungen illegal Geld kassieren. In einem Fall inszenierten zwei der Angeklagten absichtlich einen Auffahrunfall mit einem Sportwagen der Marke Ferrari. Als ihnen der Schaden nicht groß genug erschien, wiederholten sie den Zusammenstoß. Von der Versicherung gab es dafür über 50 000 Euro. Der Gesamtschaden beträgt nach den Ermittlungen rund 400 000 Euro.

Auch am zweiten Verhandlungstag wurde von der Staatsanwaltschaft lediglich die 18-seitige Anklageschrift verlesen, was beinahe eine Stunde dauerte. Danach vertagte die 6. Strafkammer den Prozess auf 27. Januar. Dann soll mit der Vernehmung der Angeklagten begonnen werden. Zudem sind zahlreiche Zeugen und Sachverständige geladen.

Beim eigentlichen Prozessbeginn vor drei Wochen hatte der Verteidiger des Hauptangeklagten die Verschiebung des Verfahrens beantragt. Zur Begründung sagte er, er habe nicht alle Unterlagen rechtzeitig erhalten. Das Gericht entschied sich daraufhin für die Unterbrechung.

dpa

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