Prozess gegen Chef der Russen-Mafia in Bayern beginnt

München - Vor der Staatsschutzkammer des Münchner Landgerichts beginnt an diesem Freitag unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen der Prozess gegen den mutmaßlichen Chef der Russen-Mafia in Bayern und zwei Mitangeklagte.

Gegen den 39 Jahre alten Hauptangeklagten wird unter anderem wegen Rädelsführerschaft bei einer kriminellen Vereinigung verhandelt, die 31 und 30 Jahre alten Mitbeschuldigten sind der Mitgliedschaft verdächtig. Das Trio soll seit mindestens 2001 im bayerischen Raum, insbesondere in Kaufbeuren und Regensburg, nach den Regeln des "Heiligen Abschtschjak" schwere Verbrechen wie Erpressungen, Drogenhandel in großem Stil und Geldfälscherei verübt haben.

Im Hintergrund stand der russische "Pate" Alexander Bor, der 2004 vom Münchner Schwurgericht wegen eines Tötungsdelikts an einem Konkurrenten zu 13 Jahren Haft verurteilt und bereits 2006 nach Russland ausgewiesen wurde. Bor soll seither in Russland 30 Verbrecherbanden kontrollieren. Er hat Kontakte zur italienischen Cosa Nostra und zur amerikanischen Russen-Mafia, wie die Beweisaufnahme des Schwurgerichtsprozesses ergeben hatte. An diesen "Paten" soll ein Teil der Beute der Angeklagten geflossen sein.

Deren Anführer soll den Heroinhandel in Bayern kontrolliert haben, wobei die Mitangeklagten der Staatsanwaltschaft zufolge seine "Statthalter" in Kaufbeuren und Regensburg waren. Sie verschafften der Bande mit Erpressungen und Bestrafungsaktionen Respekt. Auf ihren Einfluss soll auch ein Überfall auf einen Polizisten zurückzuführen sein, der Silvester 2006 vor einer Diskothek in Ingolstadt krankenhausreif geschlagen wurde. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Hauptangeklagten 60 Einzeltaten vor. Seine mutmaßlichen Komplizen sollen 67 beziehungsweise 71 Delikte in seinem Auftrag verübt haben. Gegen das Trio wird voraussichtlich an zwölf Tagen bis zum 8. Januar 2009 verhandelt.

dpa/lby

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