Prozess gegen Ex-Pfarrer vertagt

Würzburg - Nach nur wenigen Minuten ist der Prozess gegen einen katholischen Pfarrer aus Unterfranken, der mehr als eine Million Euro Kirchengelder veruntreut haben soll, vertagt worden.

Der Verteidiger des 78 Jahre alten Geistlichen habe jedoch für den nächsten Prozesstag ein Geständnis seines Mandanten angekündigt, sagte Oberstaatsanwalt Burkhard Pöpperl am Dienstag in Würzburg.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem ehemaligen Priester schwere Untreue in mehr als 50 Fällen vor. Er soll Spenden und Geld aus der Kollekte für sich behalten und auf privaten Konten angelegt haben. Mehr 130.000 Euro hatte die Polizei bei einer Hausdurchsuchung gefunden. Bei seiner Festnahme im Mai 2010 hatte der Gemeindepfarrer aus dem Landkreis Main-Spessart seine Taten gestanden.

Geständnis zurückgezogen

Am ersten Prozesstag Mitte September zog der 78-Jährige sein Geständnis vor dem Landgericht jedoch zurück. Er habe aus Angst vor der Untersuchungshaft gelogen, begründete er seinen Widerruf. Das gefundene Geld sei sein eigenes Vermögen, und er sei immer sehr sparsam gewesen. Am zweiten Prozesstag legte der Verteidiger des Pfarrers unerwartet sein Mandat nieder.

Der dritte Verhandlungstag wurde nun nach wenigen Minuten vertagt, weil der Pflichtverteidiger des Pfarrers im Urlaub ist. Ein Kollege sprang ein, weil eine Hauptverhandlung laut Pöpperl nicht mehr als drei Wochen unterbrochen werden darf - und verlas eine Erklärung des Angeklagten. Darin bat der Pfarrer darum, dass das Gericht seine bisherigen Aussagen nicht verwertet und kündigte ein Geständnis an.

Am 20. Oktober wird der Prozess fortgesetzt - voraussichtlich mit Geständnis und Urteil. Über die Höhe des Strafmaßes wurde Pöpperl zufolge bislang nicht gesprochen.

dpa

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