Junge Frau lockte Mann in Ehefalle

Neuer Prozess gegen Mafia-"Prinzessin"

München - Eine 34-Jährige, die sich als "italienische Prinzessin" ausgegeben und ihren Ehemann in nur zwei Jahren zum Hartz IV-Empfänger gemacht haben soll, steht erneut vor Gericht.

Gegen eine angebliche italienische Prinzessin mit Mafia-Kontakten hat am Montag vor dem Münchner Landgericht zum zweiten Mal der Prozess wegen Millionenbetrugs an ihrem früheren Mann begonnen. Die junge Frau soll den Mann, Partner einer Wirtschaftskanzlei, 2008 in eine Ehefalle gelockt und ihn gemeinsam mit ihrem Adoptivvater binnen zwei Jahren zum Hartz IV-Empfänger gemacht haben. Der Adoptivvater ist im Juli zu drei Jahren und elf Monaten Haft verurteilt worden, gegen die angebliche Prinzessin wurde das Verfahren wegen Erkrankung zunächst ausgesetzt.

Die 34-Jährige hat zum Prozessauftakt wie schon in der ersten Verhandlung keine Angaben gemacht. Ihr Adoptivvater ist vorläufig nicht als Zeuge geladen. Der frühere Spitzenbeamte in der bayerischen Staatskanzlei hat aus der Vollzugsanstalt mitteilen lassen, er werde sein Aussageverweigerungsrecht in Anspruch nehmen.

Der 55-Jährige war laut der Begründung seines rechtskräftigen Urteils Täter und Opfer zugleich. Treibende Kraft bei dem Millionenschwindel sei die junge Frau gewesen, die er immer noch sehr liebe. Der angeblich emotional von seiner Adoptivtochter abhängige Beamte im Ruhestand hatte ihr sein ganzes Vermögen überschrieben.

dpa

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