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Der SEK-Mann, der vor einem Jahr auf einen Geiselnehmer in Ingolstadt geschossen hat, sagte am Donnerstag vor Gericht aus. 

Prozess in Ingolstadt

SEK-Mann spricht über Schüsse auf Geiselnehmer

Ingolstadt - Im Prozess um die Geiselnahme vor einem Jahr im Rathaus von Ingolstadt hat der Schütze des Sondereinsatzkommandos (SEK) der Polizei ausgesagt.

Der Beamte schilderte am Donnerstag, dass er sich von der Pistolenattrappe des mutmaßlichen Täters bedroht gefühlt habe. Deshalb habe er den Geiselnehmer kampfunfähig geschossen, der sich aber von dem Einsatz wenig beeindruckt gezeigt habe. „Ich wollte die Bedrohung beseitigen“, sagte der Polizist vor dem Landgericht Ingolstadt. An die Zahl der Schüsse konnte er sich nicht mehr erinnern.

Der 25 Jahre alte mutmaßliche Täter muss sich seit Ende September wegen vierfacher Geiselnahme verantworten. Er hatte die Tat zu Prozessbeginn gestanden. Als Tatmotiv gilt seine Verärgerung über ein Hausverbot im Rathaus, das wegen jahrelangen Stalkings einer Mitarbeiterin gegen ihn ausgesprochen worden war. Der zur Tatzeit 24-Jährige war drei Wochen vor der Geiselnahme wegen Stalkings, Hausfriedensbruchs, Beleidigung und Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt worden.

Auch der 3. Bürgermeister Sepp Mißlbeck schilderte am Donnerstag das Geschehen vom 19. August 2013. Er war ebenfalls stundenlang in der Gewalt des jungen Mannes gewesen. Er erinnerte sich vor Gericht an die Worte des Geiselnehmers „alter Mann, du bist der erste, der eine Kugel in den Kopf bekommt“. Er sei aber dennoch um Deeskalation bemüht gewesen, sagte Mißlbeck. „Ich habe versucht, den ruhigen älteren Herren zu spielen.“ Wenige Stunden vor dem SEK-Einsatz ließ der Geiselnehmer den Bürgermeister gehen.

Die Verhandlung musste am Donnerstag mehrfach unterbrochen werden, weil der Angeklagte den Vorsitzenden Richter und den Staatsanwalt beschimpfte. Zeitweise wurde der 25-Jährige von der Verhandlung ausgeschlossen. Das Urteil soll am 24. Oktober verkündet werden.

dpa

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