Prozess: Halbbruder vergewaltigt Mädchen (17)

Nürnberg/Allersberg - Die Leidensgeschichte einer Jugendlichen (17) scheint nicht enden zu wollen.

Bereits im Juni dieses Jahres waren der Vater der 17-Jährigen und dessen Lebensgefährtin zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden, weil sie das Opfer im Alter von 12 Jahren brutal misshandelt hatten. Seit Mittwoch muss sich nun der 28-jährige Halbbruder der Jugendlichen vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth verantworten. Die Anklage wirft ihm vor, in der Nacht zu Aschermittwoch dieses Jahres seine damals 16 Jahre alte Halbschwester in seiner Wohnung in Allersberg (Landkreis Roth) vergewaltigt zu haben.

Das Mädchen hatte ihren Bruder in der Faschingszeit besucht. Nach einem Abend mit Bier und Schnaps soll der 28-Jährige die Situation ausgenutzt und seine Halbschwester im Schlafzimmer missbraucht haben. Der Angeklagte bestreitet die Tat. Eine weitere Schwester und deren Mann, die beide im Wohnzimmer übernachtet hatten, sagten vor Gericht aus, nichts von einer Vergewaltigung im Nebenzimmer mitbekommen zu haben. Sie bezweifeln den Übergriff. Der Staatsanwalt erklärte hingegen, er glaube auch mit Blick auf die Familiengeschichte nicht, dass die Jugendliche die Vorwürfe erfunden habe.

Das Mädchen selbst hatte zunächst niemandem von der vermeintlichen Vergewaltigung erzählt. Lediglich einem tagebuchähnlichen Heft soll sie den Vorfall anvertraut haben. Ein Vormund, der die 17-Jährige nach den Haftstrafen ihres Vaters und dessen Lebensgefährtin in einer Wohngruppe betreut, hatte die Aufzeichnungen wenige Tage später entdeckt. Daraufhin ging das Mädchen zur Polizei.

Der 46 Jahre alte Vater und dessen acht Jahre jüngere Freundin sitzen unter anderem deshalb in Haft, weil sie die damals 12-Jährige zuerst in voller Kleidung eiskalt abgeduscht und sie danach in die frostige Winterkälte geschickt hatten. Bei einem anderen Vorfall sollen sie das Kind gezwungen haben, stundenlang dicht neben einem glühend heißen Holzofen zu stehen. Wenn das Mädchen versuchte, der Hitze auszuweichen, wurde es geschlagen.

dpa

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