Prozess: Mord für eine Pistole

Passau - Nach einem brutalen Gewaltverbrechen an einem Rentner aus Grafenau im Bayerischen Wald stehen seit Montag zwei Männer vor Gericht.

Die 19 und 41 Jahre alten Angeklagten sollen den 60-Jährigen in seiner Wohnung mit Hammerschlägen auf den Kopf sowie Stichen ermordet haben, um ihm eine Pistole und Wertgegenstände zu stehlen. Der Prozess vor dem Passauer Landgericht wurde unmittelbar nach der Anklageverlesung vertagt. Grund ist, dass sich die Verteidigung in ein neues DNA-Gutachten vom Tatort einarbeiten will. Das Gutachten wurde erst kurz vor Prozessbeginn fertiggestellt. Die beiden Beschuldigten wurden deswegen zunächst auch nicht zu den Vorwürfen vernommen.

Die wegen Mordes und Raub mit Todesfolge angeklagten Männer sollen den Rentner im Herbst 2008 in Grafenau besucht und zunächst mit ihm Bier getrunken haben. Laut Anklage wollte das Duo den 60-Jährigen von Anfang an töten. Der 41-Jährige soll den Plan gehabt haben, die Schusswaffe des Rentners zu erbeuten, um damit Raubüberfälle zu begehen. An jenem Oktoberabend soll der ältere Angeklagte deswegen den Rentner von hinten niedergeschlagen haben. Nach den Ermittlungen wurde mit einem Hammer mit voller Wucht mindestens fünfmal auf dem Schädel eingeschlagen. Anschließend sollen beide Männer noch auf das am Boden liegende Opfer eingestochen haben.

Nach der Bluttat wurde die Pistole des Mannes aus einem Tresor gestohlen. Zudem wurden auch einige Gegenstände entwendet. Der 19-Jährige soll einem Juwelier für 45 Euro eine Kette aus dem Eigentum des ermordeten Mannes verkauft haben. Zwei Tage nach dem Verbrechen wurde Haftbefehl gegen die beiden Männer erlassen.

Da der jüngere zum Tatzeitpunkt erst 18 Jahre alt war, ist die Jugendkammer des Landgerichtes für den Fall zuständig. Das Gericht hat für den Prozess insgesamt acht Verhandlungstage angesetzt, ein Urteil wird frühestens Ende August erwartet.

dpa

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