Prozess in Nürnberg: Tochter 179 Mal vergewaltigt

Nürnberg - Ein 43-Jähriger steht in Nürnberg vor Gericht, weil er seine Tochter 179 Mal vergewaltigt haben soll. Jetzt einigten sich Verteidigung  und Staatsanwaltschaft auf eine Strafe.

Der Nürnberger soll wegen schweren sexuellen Missbrauchs seiner Tochter für achteinhalb Jahre ins Gefängnis. Darauf einigten sich die Prozessparteien am Donnerstag, das Urteil will das Landgericht Nürnberg-Fürth noch am Nachmittag verkünden. Der Mann hatte gestanden, seine Tochter von ihrem zehnten Lebensjahr an 179 Mal vergewaltigt zu haben.

“Das Opfer ist durch die Hölle gegangen“, sagte die Anwältin des Mädchens, das als Nebenklägerin an dem Prozess teilnahm. Zwischen Januar 2005 und August 2008 hatte sich der Vater mindestens einmal in der Woche an dem Mädchen vergangen.

Weil er seiner 1994 geborenen Tochter mit seinem Geständnis eine Aussage ersparte, stimmte auch die Staatsanwältin der Absprache zu. Doch sie wies darauf hin: Wenn man die vorgesehene Strafe von zwei Jahren für jede einzelne Vergewaltigung zusammenzählen würde, käme man auf eine Gefängnisstrafe von 358 Jahren.

Zu Beginn der Vergewaltigungen hatte der Vater dem Mädchen vorgespiegelt, dass seine Taten aus gesundheitlichen Gründen nötig seien. Erst viel später, als sie in einem Heim auch psychiatrisch betreut wurde, wagte es die Tochter, sich Außenstehenden anzuvertrauen. Sie werde noch viele Jahre unter dem Geschehenen leiden, betonte ihre Anwältin. Die Jugendliche war vor dem Prozess zusammengebrochen. Sie lebt inzwischen in einer Einrichtung des Jugendamtes.

dpa

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