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Die Angeklagten Daniel S. (l) und Thomas H.  in einem Gerichtssaal des Landgerichts in Bamberg.

Prozess: Rentner zu Tode getreten und ausgeraubt

Bamberg - Wegen gemeinschaftlichen Mordes und Raubes mit Todesfolge müssen sich seit Dienstag zwei junge Männer vor dem Landgericht Bamberg verantworten.

Die beiden 24 und 25 Jahre alten Angeklagten sollen am 19. Juli 2008 in Bamberg einen Rentner zu Tode getreten und ausgeraubt haben. Sie flüchteten mit einer Beute von 200 Euro, wurden aber vier Tage nach der Tat festgenommen.

Laut Anklage zogen sich der 24 Jahre alte Mieter und sein ein Jahr älterer Freund eine Mütze beziehungsweise ein T-Shirt über den Kopf und klingelten an der Wohnungstür des 68-jährigen Hausverwalters. Ohne Vorwarnung versetzte der 24-Jährige dem Rentner einen so heftigen Schlag ins Gesicht, dass er zu Boden ging. Anschließend stülpten sie ihm eine Jacke über das Gesicht und traten mit den Schuhen wiederholt auf den Mann ein. Dabei erlitt der 68-Jährige nach Angaben des Gerichts Milzrisse, Rippenbrüche und so schwere Verletzungen im Gesicht, dass er wenig später starb. Seine Leiche wurde erst zwei Tage nach der Tat gefunden.

Zu Prozessbeginn räumten die beiden Männer die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft im Wesentlichen ein. Sie bezichtigten sich aber gegenseitig, für die letztlich tödlichen Fußtritte verantwortlich zu sein. "Ich hatte kein Speed mehr, nichts zu rauchen, keinen Alkohol und nur noch fünf Euro in der Tasche", sagte der 24-Jährige zu seinem Motiv. Als Mieter hatte er zuvor wiederholt für den Hausverwalter gearbeitet, musste aber seinen Angaben zufolge immer wieder um eine angemessene Entlohnung kämpfen.

Der 24-Jährige gab zu, dass er sein Opfer geschlagen und mehrfach ins Gesäß getreten hat. Für die Tritte in den Bauch und ins Gesicht sei aber sein Freund verantwortlich gewesen. "Ich wollte ihn nicht schwer verletzen, nur einschüchtern", erklärte er. Der 25-Jährige räumte lediglich ein, sich auf den Hausverwalter gekniet und ihm die Jacke über das Gesicht gelegt zu haben, damit seine Schreie und Hilferufe nicht so leicht zu hören seien. "Ich habe ihn kein einziges Mal getreten", erklärte der wegen Körperverletzung unter Bewährung stehende Kroate.

Das Gericht will möglicherweise noch am Dienstag sein Urteil verkünden.

dpa

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