Traunstein: Prozess um tödliche Messerstecherei

Traunstein - Wegen eines tödlichen Messerstichs auf einen Burschen muss sich ein junger Mann seit Mittwoch vor dem Landgericht Traunstein verantworten.

Der 21-Jährige ist wegen Totschlages angeklagt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem gebürtigen Kasachen vor, bei einer Geburtstagsfeier am 22. November 2008 vor einer Traunsteiner Gaststätte dem Opfer ohne jegliche Vorwarnung ein Klappmesser in die Halsschlagader gerammt zu haben. Der 19-Jährige verblutete.

Der Prozess vor der Jugendkammer begann unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Wie es hieß, gehören die teils im Zuschauerraum sitzenden Familien des Opfers und des Angeklagten verfeindeten Clans an.

Der in Fußfesseln vorgeführte 21-Jährige schilderte in gebrochenem Deutsch seine schwierige Kindheit. Der Vater starb früh, Gewalt war in der Umgebung des Heranwachsenden an der Tagesordnung. 1998 zog die Mutter mit dem Kind nach Deutschland. Wegen Gewalttätigkeiten sei er in Traunstein von der Schule geflogen, berichtete der Angeklagte weiter. Zu dem Zeitpunkt war er bereits drogensüchtig und zuletzt abhängig von Heroin.

Für den Prozess gegen den wegen eines Gewaltverbrechens vorbestraften Mann sind vier Verhandlungstage angesetzt. Es werden zahlreiche Zeugen und Sachverständige gehört. Dann wird auch geklärt werden, ob der 21-Jährige wegen seines Rauschgift- und Alkoholkonsums zur Tatzeit vermindert schuldfähig war. Das Urteil soll am 17. Juli verkündet werden.

dpa

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