Prozess um Doping-Handel im Internet

Passau - Wegen eines regen Internet-Handels mit Dopingmitteln stehen seit Montag zwei Männer vor dem Passauer Landgericht.

Die 35 und 52 Jahre alten Beschuldigten gaben in dem Prozess zu, dass sie die verbotenen Medikamente in der Bodybuilding-Szene verkauft haben. Laut Anklage hat das Duo die Testosteronpräparate im Ausland besorgt, nach Deutschland gebracht und dann auf einer Internetseite angeboten. In etwas mehr als einem Jahr sollen die beiden Männer rund eine halbe Million Euro umgesetzt haben. Insgesamt sollen 170.000 Ampullen und 400.000 Tabletten gehandelt worden sein.

Am ersten Prozesstag gab es nach der Anklageverlesung Gespräche zwischen den Verteidigern, der Staatsanwaltschaft und der Strafkammer. Dabei ging es um eine Absprache über das Strafmaß im Fall von Geständnissen. Die Richter sicherten zu, dass die Männer maximal dreieinhalb beziehungsweise fünfeinhalb Jahre Haft erhalten, wenn sie die Taten einräumen. Daraufhin verlasen die Anwälte im Namen der Angeklagten Erklärungen, dass der Dopingmittelhandel eingeräumt werde. Der 52-Jährige hatte die Taten bereits bei der Polizei zugegeben. Sein mutmaßlicher Komplize hatte hingegen bisher eine Beteiligung bestritten.

Der Handel mit den Dopingmitteln flog auf, als Schleierfahnder bei einer Kontrolle auf der Autobahn 3 bei Passau im Wagen des Älteren illegale Arzneimittel, Paketscheine, Geldbündel und Hinweise auf den Internetshop entdeckten. Der in Toronto lebende Kanadier war mit einem Mietwagen unterwegs. Er soll die Dopingmittel von Kairo nach Wien und dann weiter nach Deutschland gebracht haben.

Auf dieser Route sollen die Anabolika regelmäßig zu dem im Raum Gießen in Hessen lebenden 35-Jährigen geliefert worden sein. Von dort aus wurden sie den Ermittlungen zufolge an zahlreiche Kunden in Europa und Nordamerika verkauft, allein in der Bundesrepublik gab es etwa 100 Abnehmer. Der Wert der einzelnen Bestellungen lag dabei zwischen rund 80 und 14.000 Euro. Das Landgericht Passau hat für den Prozess weitere Verhandlungstage bis in den Januar hinein eingeplant.

dpa

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