23-Jähriger vor Gericht

Tierquälerei: Wurde Jagdhund tot getreten?

Burtenbach - Ein 23-Jähriger soll einen Jagdhund im schwäbischen Burtenbach eiskalt tot getreten haben. Vor der Polizei soll er sogar damit geprahlt haben. Das kam nun vor Gericht heraus.

"Natürlich habe ich ihn weggeschossen." Diesen Satz soll der 23-Jährige zu den ermittelnden Polizeibeamten in einer ersten telefonischen Vernehmung gesagt haben. Das kam nun beim Gerichtsprozess im schwäbischen Günzburg heraus. Einer der Beamten war als Zeuge geladen. Das berichtet die Augsburger Allgemeine.

Ein Tritt wie beim Fußball

Die Frage, um die sich alles bei dem Prozess dreht: Weshalb musste der achtjährige Jagdhund Amalie am 14. September 2012 im schwäbischen Burtenbach sterben? Fest steht, dass er an den Folgen einer Begegnung mit einem fremden Hundehalter verendet ist. Offenbar hat er einen so kräftigen Tritt abbekommen, dass ihn selbst eine Notoperation nicht mehr retten konnte. Die behandelnde Tierärztin sagte, dass es ein Tritt wie beim Fußball gewesen sein muss. Die inneren Organe des Tieres wurden lebensgefährlich beschädigt.

Der Besitzer von Amalie, ein 67-jähriger Förster, hatte der Polizei den Vorfall so geschildert: Er unterhielt sich gerade mit zwei Waldarbeitern, als er plötzlich in der Nähe seines Hauses einen dumpfen Schlag hörte. Als er seinen Hund erblickte, taumelte dieser bereits benommen und brach zusammen. Am Gartenzaun sei der 23-jährige mutmaßliche Täter gestanden - mit seiner Lebensgefährtin, einem Kinderwagen und zwei kleineren Hunden. Er habe den Förster bedroht. Doch erst nach Amalies Tod stellte der 67-Jährige Anzeige gegen den 23-Jährigen.

Wenn es vor Gericht tierisch wird

20 kuriose Tier-Urteile

Der mutmaßliche Täter streitet mittlerweile alles ab. Es sei Notwehr gewesen, Amalie habe ihn angegriffen. Der Prozess ist noch nicht abgeschlossen, ein Vergleichsvorschlag wurde vom Anwalt des Geschädigten abgeleht. Laut Augsburger Allgemeine soll nun ein Sachverständiger den Wert des Hundes feststellen, geschätzt wird er auf rund 1600 Euro. Ende August entscheidet der Richter, ob es einen weiteren Verhandlungstermin gibt. 

mm

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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