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Bankkaufmann vor Gericht

Prozess: Betrunkener fährt Jugendlichen tot

Passau - Ein 17-Jähriger wollte zum Schulbus, als er von einem Auto erfasst wurde. Der betrunkene Fahrer fährt weiter - der Schüler stirbt. Nun hat der Prozess gegen einen 59-Jährigen begonnen.

Die Mitschüler entdeckten den sterbenden 17-Jährigen im Straßengraben. Helfen konnte sie ihm nicht mehr. Seit Freitag steht der mutmaßliche Todesfahrer vor dem Landgericht Passau. Er muss sich wegen fahrlässiger Tötung des 17-Jährigen und versuchten Mordes durch Unterlassen verantworten. Zum Prozessauftakt räumte der 59-Jährige den Unfall am 7. Dezember in Karpfham (Landkreis Passau) zwar ein - er will aber nicht mitbekommen haben, dass er mit seinem Wagen den Jugendlichen erfasst hatte. „Hätte ich gewusst, dass ich einen Menschen angefahren habe, wäre ich sofort stehengeblieben.“ Er habe an einen Wildunfall geglaubt.

Erst eine Stunde später war der Bankkaufmann an den Unfallort zurückgekehrt. Beim Anblick der vielen Einsatzfahrzeuge wurde dem ehemaligen Festwirt des Karpfhamer Volksfestes nach eigener Aussage klar, dass er selbst den Unfall verursacht habe. Trotzdem drehte er erneut um. Den Polizisten war jedoch der Wagen mit der beschädigten Windschutzscheibe aufgefallen. Sie stellten den Mann wenig später und nahmen ihn fest. Dabei hatte er einen Blutalkoholwert von 1,42 Promille.

Staatsanwaltschaft: Fahrlässige Tötung

Die Staatsanwaltschaft bewertet den Unfall als fahrlässige Tötung. Das anschließende Entfernen vom Unfallort sei als Mordmerkmal „Verdeckung einer Straftat“ zu sehen, heißt es in der Anklageschrift. Da jedoch die Verletzungen des Jugendlichen so schwer waren, dass selbst ein sofortiger Rettungsversuch vergeblich gewesen wäre, laute der weitere Anklagepunkt lediglich auf versuchten Mord durch Unterlassen.

„Ich bedauere den Unfall zutiefst“, betonte der 59-Jährige. Am Vorabend habe er bis Mitternacht gearbeitet und zwei Flaschen Bier sowie eine Flasche Wein getrunken. Am Morgen sei er übermüdet und bereits spät dran gewesen. Er könne auch einen Sekundenschlaf nicht ausschließen.

Die Eltern des Jugendlichen sitzen als Nebenkläger im Gerichtssaal. Der Prozess wird am 6. November fortgesetzt. Mit einem Urteil wird nicht vor Mitte Dezember gerechnet.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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