Prozessauftakt

Kindesmissbrauch: Angeklagter räumt Vorwürfe ein

Nürnberg - Kindesmissbrauch via Internet: Per Webcam soll ein 31-Jähriger obszöne Videos von Mädchen gemacht und sie später damit erpresst haben. Zudem wird dem Mann Vergewaltigung vorgeworfen.

Wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern muss sich ein 31-Jähriger vor dem Landgericht in Nürnberg verantworten. Über Chat-Programme soll der Mann aus dem Landkreis Neumarkt Mädchen im Alter zwischen 10 und 15 Jahren überredet haben, sich vor laufender Kamera auszuziehen und sich selbst zu berühren. Das filmte er nach Angaben der Staatsanwaltschaft ab und erpresste die Kinder später mit den Aufnahmen. Neben sieben Fällen von Kindesmissbrauch wirft die Anklagebehörde dem 31-Jährigen Nötigung und die Vergewaltigung eines 13 Jahre alten Mädchens vor.

Teilgeständnis, aber keine Aussage zum Vergewaltigungsvorwurf

Es handelte sich dabei um die Tochter der Ehefrau seines Bruders aus erster Ehe. Beim Prozessbeginn am Dienstag räumte der Angeklagte einen Teil der Vorwürfe ein. Zu der ihm vorgeworfenen Vergewaltigung äußerte er sich zunächst nicht. Ein 14-jähriges mutmaßliches Opfer des Mannes wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit vernommen. Die Mutter des Mädchens hatte das Handy ihres Kindes kontrolliert und war dann zur Polizei gegangen.

Zwölfjährige dazu gebracht, sich in Unterwäsche zu zeigen

Auf dem Computer des Mannes fanden die Ermittler Filme, die der Angeklagte während seiner Video-Chats mit den Kindern gemacht haben soll. Wollte eines der Mädchen nicht mehr mitmachen, drohte er damit, Nacktbilder zu verbreiten. Im Jahr 2012 brachte er etwa ein zwölfjähriges Mädchen dazu, sich in Unterwäsche zu zeigen. Als er das Kind später mit dem Video erpressen wollte, ließ es sich jedoch nicht darauf ein und beendete die Unterhaltung.

Im Jahr 2014 verging sich der Mann laut Anklage außerdem an seiner minderjährigen angeheirateten Nichte. Später habe er dem Mädchen dann auf dem Handy obszöne Nachrichten geschrieben.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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