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Am Abend des 16. August erwürgte Alain A. seine Ex-Frau und seinen Sohn.

Prozessbeginn

Mutter und Sohn (7) aus Eifersucht erwürgt

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Anna V. (36) war eine liebenswerte junge Frau, ihr Sohn Anton (7) ein aufgeweckter und fröhlicher Bub. Im August 2016 mussten Mutter und Kind sterben. Vater Alain A. (52) erwürgte beide. Aus Eifersucht. Vom heutigen Dienstag, 14. März, an wird dem Franzosen der Prozess gemacht.

Eching a. Ammersee – Anna und Alain hatten sich in Südfrankreich kennengelernt. Nach ihrem Journalistik- und Politikstudium in Leipzig und Toulouse arbeitete die junge Frau als Reisejournalistin für ein Toulouser Medienunternehmen. Für die Grafik war dort Alain zuständig. Es entwickelte sich eine Liebesbeziehung, wie es sie immer wieder zwischen Arbeitskollegen gibt. Die beiden Angestellten wohnten zusammen in Argent, nordwestlich von Toulouse. 2008 wurde Anna schwanger, 2009 kam der gemeinsame Sohn auf die Welt, Sie nannten ihn Anton. Damit begann jeder Vorname der kleinen Familie mit dem Buchstaben A. Doch das Glück hielt nicht lange an.

2013 ging die Beziehung von Anna und Alain in die Brüche. Sie trennte sich vom Franzosen und kehrte zurück nach Deutschland. Sohn Anton nahm sie mit. Fortan lebte sie am Ammersee und arbeitete in einer PR-Agentur in Herrsching (Kreis Starnberg). Die Wohnung in Eching am Ammersee (Kreis Landsberg a. Lech) hatte sie erst wenige Monate vor der Tat bezogen.

Mutter will Vater Sohn nicht vorenthalten

Im August 2016 besuchte Alain die beiden in Eching. Obwohl die 36-Jährige in Angst vor ihrem Ex lebte, wollte sie ihrem Sohn nicht den Vater vorenthalten und ließ den Kontakt zu. Seit einem Jahr hatte sie einen neuen Freund und wollte mit ihm zusammenziehen. Sie offenbarte Alain die neue Beziehung. Das konnte der 52-Jährige wohl nicht ertragen. „Er war eifersüchtig, hatte Angst, den Kontakt zu seinem Sohn zu verlieren“, erklärt Oberstaatsanwalt Matthias Nickolai zum Tatmotiv. Am Abend des 16. August kam es zum Streit zwischen Anna und Alain

Er erwürgte sie, dann drückte er seinem Sohn im Schlaf den Hals zu, bis der Bub nicht mehr atmete. Anschließend versuchte er Selbstmord zu begehen, ritzte sich die Pulsadern auf, nahm Schlaftabletten, trank Whiskey – und überlebte. Die Nacht soll er neben seinem toten Sohn verbracht haben. Als die Polizei am nächsten Tag an der Haustür klingelte, öffnete er blutüberströmt. Eine Kollegin von Anna V. aus dem Herrschinger Büro hatte die 36-Jährige als vermisst gemeldet, als sie ohne Entschuldigung nicht wie üblich zur Arbeit erschienen war.

Alain A. hat gestanden

Alain A. hat die Taten mittlerweile gestanden. Im Prozess vor dem Landgericht Augsburg wird es darum gehen, wie die angeklagten Tötungsdelikte zu bewerten sind. Die Staatsanwaltschaft geht von Mord und einem Plan aus. Im Vorfeld soll es bereits Drohungen gegeben haben. Als Mordmerkmal nennt die Anklagebehörde niedrige Beweggründe. Im Fall des Sohnes kommt auch noch Heimtücke hinzu.

Verteidiger Michael Weiss will eine Affekthandlung nicht ausschließen, nachdem sein Mandant von der neuen Beziehung seiner Ex-Freundin erfahren und vor Eifersucht getobt hatte. Freunde berichteten, der 52-Jährige sei gegenüber Anna und dem gemeinsamen Kind öfters handgreiflich geworden. Auch die Arbeitskollegin, die rasch Alarm schlug, hatte davon gewusst. Aus Sicht des Verteidigers könnte aber auch ein Mitnahme-Suizid in Frage kommen. Alain A. versuchte, sich direkt im Anschluss an die beiden Morde umzubringen. Zudem stellt Verteidiger Weiss die Schuldfähigkeit des Franzosen mit marokkanischer Abstammung in Frage.

Der Prozess ist auf fünf Tage angesetzt. Das Urteil soll am 23. März fallen.

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