Prozessbeginn

Rentner erstochen: Mutmaßlicher Täter verweigert Aussage

Traunstein - Das Opfer war übel zugerichtet. Von Messerstichen übersät lag der Rentner tot in seiner Wohnung. Nun muss sich der mutmaßliche Mörder vor Gericht verantworten. Zu Prozessbeginn schwieg er.

Mit der Aussageverweigerung des Beschuldigten hat in Traunstein der Prozess um den Mord an einem Rentner begonnen. Der 25-Jährige soll den Mann am 12. Mai vergangenen Jahres in dessen Wohnung in Traunreut (Landkreis Traunstein) erstochen haben.

Mutmaßlicher Täter leidet an Schizophrenie: schuldunfähig?

Da er laut Gutachten an Schizophrenie leidet, geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass er den Mord im Zustand der Schuldunfähigkeit beging. Sie hat daher die Unterbringung des mutmaßlichen Täter in einer Nervenklinik beantragt.

Zu Prozessbeginn verweigerte der 25-Jährige aus dem niedersächsischen Emsbüren am Dienstag vor dem Traunsteiner Schwurgericht jegliche Angaben, auch zu seiner Person. Nach der Vernehmung einer in dem Mordfall ermittelnden Polizistin stellten seine Verteidiger den Antrag, dass sämtliche Aussagen ihres Mandanten bei der Polizei vom Gericht nicht verwertet werden dürften.

Der 25-Jährige sei zu spät darüber belehrt worden, dass er von den Ermittlern nicht mehr als Zeuge, sondern als Beschuldigter vernommen wird, sagten sie zur Begründung. Zudem hätten die Verhöre mit bis zu knapp zehn Stunden in Folge deutlich zu lange gedauert. Seine Bitten um Abbruch der Vernehmung seien abgelehnt worden. Die Staatsanwaltschaft will sich schriftlich zu dem Antrag äußern.

Motiv Rache? 24 Stich- und Schnittverletzungen

Der Täter hatte den schwerbehinderten 61-Jährigen erst mit einem stumpfen Gegenstand bewusstlos geschlagen und ihm danach mit einem Küchenmesser 24 Stich- und Schnittverletzungen an Kopf und Hals zugefügt. Als Motiv gilt Rache des zuletzt arbeitslosen jungen Mannes über den Rauswurf aus der Wohnung des allein stehenden Rentners.

Für den Prozess vor dem Traunsteiner Schwurgericht sind neun Verhandlungstage vorgesehen. Es handelt sich um eine Antragsschrift in einem sogenannten Sicherungsverfahren nach Paragraf 413 der Strafprozessordnung. Sie sieht vor, den schuldunfähigen Täter nicht ins Gefängnis, sondern in die geschlossene Abteilung einer psychiatrischen Klinik zu bringen. Es werden zahlreiche Zeugen und Sachverständige gehört. Das Urteil soll Anfang Juni verkündet werden.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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