Polizeigewalt

Polizist nach Faustschlägen verurteilt

Nürnberg - Obwohl er ihn bereits gefasst hatte, schlug ein Polizist einem Randalierer mit der Faust ins Gesicht. Nachdem der Beamte die Tat zunächst geleugnet hatte, wurde er nun vor Gericht verurteilt.

Ein Nürnberger Polizist ist zu elf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden, weil er im Dienst zweimal einem Mann mit der Faust ins Gesicht geschlagen hat. Das Opfer hatte an Weihnachten 2011 randaliert, wie eine Sprecherin des Landgerichts Nürnberg-Fürth berichtete. Zwei Kollegen des am Montag Verurteilten hatten den Mann daraufhin auf die Motorhaube eines Streifenwagens gedrückt und stellten ihn dadurch ruhig. „Die hatten den schon“, sagte die Gerichtssprecherin. Dennoch habe der hinzukommende 29-Jährige zweimal zugeschlagen.

In erster Instanz hatte der Beamte dies vor Gericht noch geleugnet und war zu einer Freiheitsstrafe von eineinhalb Jahren verurteilt worden. Im Berufungsverfahren räumte er jetzt die Vorwürfe ein und erhielt elf Monate. Ab einem Jahr wäre er zwangsweise aus dem Beamtenverhältnis entlassen worden, erläuterte die Justizsprecherin.

Die Anzeigen gegen Polizisten wegen Körperverletzung im Amt waren 2012 auf 151 gestiegen. In den Jahren zuvor habe die Zahl konstant bei rund 130 gelegen, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) der „Süddeutschen Zeitung“ (Montagausgabe).

dpa

Rubriklistenbild: © picture-alliance / dpa

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