Nördlich von Rosenheim

Schlange ausgesetzt: Python-Alarm im Badesee

Söchtenau - Am Siferlinger Moorsee im Landkreis Rosenheim herrscht Badeverbot. Der Grund: Ein Unbekannter hat einen Netzpython ausgesetzt.

Der Siferlinger Moorsee bei Söchtenau nordöstlich von Rosenheim ist ein Badeparadies für Jung und Alt. Viele kommen aus den umliegenden Dörfern, um abends nach der Arbeit noch schnell in das Naturjuwel zu springen. Besonders beliebt sind bei Nacktbadern die einsamen Stellen im Schilf. Ihre Anzahl dürfte sich jetzt drastisch senken: Es herrscht Python-Alarm.

„Die rund 2,20 Meter lange Würgeschlange liegt gerne am Ufer und sonnt sich.“ Das hätten zumindest Mitglieder des Bad Endorfer Fischereivereins erzählt, sagt Vorsitzender Bernhard Schlemmer. Die Gemeinde hat ein Badeverbot erlassen. Auf Warnhinweisen ist zu lesen, dass „insbesondere schwimmende Kinder“ gefährdet seien. Denn der Netzpython, der mehrmals gesichtet wurde, ist mit seiner angeblichen Länge von über zwei Metern schon ein größeres Exemplar.

„So lustig ist es auch für Erwachsene nicht, wenn sie plötzlich mitten im See einer schwimmenden Schlange begegnen“, meint Schlemmer. Für gewöhnlich beiße sie sich an ihrem Opfer fest und umschlinge es mit ihrem massigen Körper, bevor sie es erwürge. Laut Aussage von Fachleuten könne der Angriff blitzschnell erfolgen. Das kann auch Jäger Alfred Fiebig bestätigen, der den Python auf der Straße liegen sah. „In Windeseile war die Schlange weg“, berichtet er. Sobald diese Tiere auf „Betriebstemperatur“ seien, „sind sie enorm wendig und schnell, wie ich gesehen habe“. Alfons Zehnter, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Rosenheim, bestätigt, dass die Polizei informiert wurde. „Wer die Schlange sichtet, soll sich von ihr fernhalten und sofort die 110 anrufen. Wir kommen dann mit einem Fachmann, der das Tier einzufangen versucht.“ Keinesfalls sollten Unkundige sich dem Tier nähern oder es gar fangen wollen, sagt Zehnter.

Die erste Meldung, dass ein Netzpython am Siferlinger See unterwegs ist, kam am Sonntagabend, 7. August. Der Anrufer teilte der Polizei mit, dass er bereits am Freitag, 5. August, die Schlange gesehen hätte.

Ein weiteres Mal wurde sie von Wilhelm Rupert und seinem Enkel Edward gesehen. Sie waren mit dem Boot auf dem See unterwegs, als der 14-Jährige plötzlich sagte: „Opa, guck mal!“ Als Mitglied des Endorfer Fischereivereins habe er sofort erkannt, dass das kein einheimisches Exemplar ist. „Sie ist deutlich dicker als unsere Schlangen“, erzählte er dem „Oberbayerischen Volksblatt“. Sie habe sich erst genüsslich im Schilf nach der Sonne geräkelt und sei dann verschwunden.

Sigrid Knothe

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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