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Trügt der Schein? Passagier-Andrang am Flughafen München.

Quartalsbilanz: Rechenkünstler am Flughafen

Ist beim Flughafen München die wirtschaftliche Talsohle durchschritten? Darüber streiten Management und der Freisinger Ex-Landrat Manfred Pointner.

Die Überschrift klingt beruhigend: „Fluggastzahlen am Münchner Airport erholen sich im dritten Quartal“, meldete die Flughafen München GmbH (FMG). In den Monaten Juli bis September sei das Fluggastaufkommen nur noch um 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückgegangen. In den Monaten Januar bis Juni lag das Minus noch bei über neun Prozent. Die Talsohle sei „offenbar durchschritten“, folgert die FMG.

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Oberbayern gibt Gutachten zu dritter Startbahn aus

Doch so einfach ist es offenbar nicht: Manfred Pointner, bis 2008 Landrat in Freising, Gegner der geplanten 3. Startbahn und jetzt Landtagsabgeordneter der Freien Wähler, verweist auf weiter sinkende Flugbewegungen: Allein die Zahlen im September 2009 seien um neun Prozent schlechter als die vom Vergleichsmonat 2008.

Die Bilanz für 2009 wird noch schlechter, wenn man den Blick zurück auf das Jahr 2007 richtet. Bei den Flugbewegungen gab es nach den in den jeweiligen Verkehrsberichten veröffentlichten Daten bei den Starts und Landungen im 3. Quartal 2008 schon einen leichten Rückgang gegenüber dem Vergleichszeitraum 2007 (- 0,78 Prozent). In den ersten neun Monaten 2009 sankt die Zahl dann deutlich um 8,9 Prozent auf jetzt 300 400. Auch Fluggastzahlen und Frachtgutaufkommen waren im 3. Quartal 2008 schon rückläufig.

Für Pointner ist es unverständlich, warum die FMG weiter an der 3. Startbahn festhält. Die FMG kontert mit dem Hinweis, dass die Kapazität mit 90 planbaren Starts und Landungen pro Stunde weiterhin „an vielen Stunden des Tages“ erschöpft sei – es gebe mehrfach am Tag einen Bedarf von 110 Flugbewegungen je Stunde.

Um die Prognose bis 2020 zu überprüfen, hat die Regierung von Oberbayern ein Gutachten beim Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut in Auftrag gegeben, wie gestern bekannt wurde. Die Behörde hatte zuvor erklärt, die bei der Anhörung zur Planfeststellung gegebenen Daten seien nicht ausreichend.

von Dirk Walter

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