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Q wie Quizduell: Für das Handy-Spiel hat der Samerberger Alex Kessler 13.000 Fragen ins Deutsche übersetzt. Inzwischen spielen sechs Millionen Deutsche das Wissensduell.

Handy-Spiel „Quizduell“

Das ist der Mann mit den 13.000 Antworten

Samerberg - Sechs Millionen Deutsche stellen sich mittlerweile dem "Quizduell". Alex Kessler aus Samerberg hat die ersten 13.000 Fragen des mega-erfolgreichen Handy-Spiels übersetzt.

Eigentlich hatte Alex Kessler nur einen Nebenjob gesucht – bekommen hat er die Antworten auf mehr als 13.000 Fragen. Der 26-Jährige aus Samerberg im Kreis Rosenheim ist für sein Geographie-Studium 2012 nach Stockholm gezogen. Um sich etwas dazu zu verdienen, nahm er ein Angebot als Übersetzer an – ohne genau zu wissen, um was es geht. Er musste 13.000 Fragen des schwedischen Handy-Spiels Quizduell ins Deutsche übersetzen. „Es waren nicht alle Fragen auch für deutsche Spieler geeignet. Deshalb habe ich dann weiter gemacht und mir selbst neue Fragen einfallen lassen“, erklärt Alex Kessler. „Und genau das hat mir dann auch eine Festanstellung im Unternehmen eingebracht.“

Mittlerweile ist der 26-Jährige für das Layout im Spiel und die Bearbeitung neuer Fragen verantwortlich. „Der Anfang lief sehr schleppend“, erzählt er. Bis Oktober 2013 waren es gerade einmal 250.000 Deutsche, die sich die kostenlose App für ihr Handy heruntergeladen haben. „Wir haben jeden Tag versucht, das Spiel im Freundeskreis und über Facebook voranzutreiben.“ Und auf einmal explodierten die Downloads förmlich. Auf der ganzen Welt duellieren sich inzwischen mehr als zehn Millionen mit ihrem Wissen, in Deutschland ist das Spiel sechs Millionen Mal runtergeladen worden.

Die Idee des Spiels ist einfach – und extrem süchtig machend: In kurzen Duellen treten Nutzer gegen beliebige Kontrahenten an und vergleichen ihr Wissen. Pro Duell gibt es sechs Fragen mit je vier Antwortmöglichkeiten. Über das Handy kann jederzeit an jedem Ort gespielt werden. Und die Spieler können eigene Fragen einreichen. Mittlerweile umfasst das Quiz mehr als 23.000 Fragen aus 19 Themengebieten. Und täglich kommen neue dazu.

In Schweden, dem Heimatland des Unternehmens FEO Media, wurde das Spiel bereits 2,6 Millionen Mal heruntergeladen. Das bedeutet, dass fast jeder vierte Schwede sich eine Version des Quizes besorgt hat. „Und genau das ist auch die Stärke des Spiels“, erklärt Alex Kessler. Alle Spieler können gegeneinander antreten, gegen Freunde oder andere Spieler aus dem Internet. Das macht den Reiz aus, findet der 26-Jährige. Überrascht ist er nicht, dass das Quiz-Duell ein Riesen-Erfolg ist. „Es gibt einfach wenige, gute Quiz-Spiele auf Schwedisch oder Deutsch.“

Jeder Spieler kann in den detaillierten Statistiken nachsehen, wie oft er gegen wen in welchen Themengebieten gewonnen oder verloren hat.

Bis jetzt gibt es die Handy-App in Schweden, Norwegen, Dänemark, Deutschland, Spanien, Holland, den USA und in Großbritannien. Sie soll künftig in noch mehr Ländern angeboten werden. „In den englisch-sprachigen Ländern sind wir leider nicht so erfolgreich, dort ist die Konkurrenz einfach so groß“, berichtet Alex Kessler. Deshalb will sich der Betreiber FEO Media eher auf die Länder konzentrieren, in denen das Quiz-Angebot noch nicht so groß ist. Neben Italien und Frankreich sollen bald auch Versionen für den polnischen und den russischen Markt folgen.

Alex Kessler kann es manchmal selbst nicht glauben, wie sich das Spiel entwickelt. „Ich habe wirklich tolle Kollegen und die Arbeit macht riesigen Spaß“, erzählt er. Aber sein gesamtes Berufsleben will er der Software-Branche nicht widmen, das steht bereits jetzt für ihn fest. Früher oder später will der studierte Polarforscher zurück ins heimatliche Samerberg – und wieder in die Natur. Doch bis dahin wird er wohl in vielen Gebieten ein Experte sein.

Sascha Ludwig

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