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An dem Klingelknopf in Augsburg befindet sich am Samstag ein blutiger Händeabdruck.

Mord in der Therapie-WG

Augsburg - In einer Augsburger Wohngemeinschaft für psychisch Kranke sind am Wochenende zwei Menschen einem rätselhaften Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen. Eine Frau wurde schwer verletzt.

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Bluttat in Augsburg: zwei Tote

Es ist fünf Uhr morgens, als Susanne P. am Samstag aus einem Haus in der Augsburger Alpenstraße läuft. Sie ist mit Stichverletzungen übersät, ihre Kleidung blutüberströmt. Mit letzter Kraft hält sie eine junge Frau an. „Ich brauche Hilfe, da ist etwas passiert“, sagt die 39-Jährige mit ruhiger Stimme. Die junge Frau ruft sofort den Notarzt, eine Nachbarin eilt zur Hilfe.

Wenige Minuten später ist klar: Hier hat sich ein schlimmes Blutbad abgespielt. In dem Haus in der Alpenstraße 18 finden die Polizisten zwei blutüberströmte Körper. Alle Mühen sind vergeblich: Der Notarzt kann dem Mann und der Frau nicht mehr helfen. Marianne R. und Heinz H. (beide 58) sind tot, brutal ermordet. Gemeinsam lebten sie mit Susanne P. in einer Wohnung für Psychisch-Kranke, die das Diakonische Werk Augsburg betreut.

Doch wer ist der Täter? Susanne P. nennt noch einen Namen, bevor sie mit ihren schweren Verletzungen ins Krankenhaus kommt: Bekir A. Auch der 46-jährige Türke wohnt in der Therapie-WG. Er soll am frühen Samstagmorgen auf die drei losgegangen sein. Die Polizei leitet sofort eine Großfahndung ein.

Die vier lebten gemeinsam mit einer weiteren Person in der Wohngemeinschaft im Bismarckviertel. Der mutmaßliche Täter soll nach tz-Informationen trockener Alkoholiker sein und an Depressionen leiden. Samstagnacht soll Bekir A. einen schweren Rückfall erlitten und zum ersten Mal seit Jahren wieder zur Flasche gegriffen haben. Vermutlich drehte er dann durch. Er griff mit einem Messer erst das Liebespaar Marianne und Heinz an, dann Susanne. Während die 39-Jährige noch flüchten konnte, musste das Paar sterben. Um 7.30 Uhr durfte das Bismarckviertel dann aufatmen: Die Polizei schnappte den Tatverdächtigen Bekir in Haunstetten. Er war volltrunken und kaum vernehmungsfähig.

Beim Diakonische Werk in Augsburg ist man erschüttert. Die Bluttat in ihrer Einrichtung hat alle geschockt. Zumal Bekir A. vorher nie gewalttätig war. Ein Krisenstab soll das Verbrechen aufarbeiten. Auch die Bewohner des Bismarckviertels stehen unter Schock. Sie können die Tat einfach nicht begreifen. Bekir A. wurde mittlerweile dem Haftrichter vorgeführt.

AW/JM

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