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Die Steinmauer wurde von dem Eisbrocken, der vom Himmel fiel, zerbrochen.

Rätsel um Eisbombe gelöst

Hettstadt – Ein 50 Kilo schwerer Eisbrocken krachte Ende April in einen Vorgarten bei Würzburg. Experten rätselten: Woher kommt das mysteriöse Eis? Ein Forscher aus Hamburg hat jetzt die Antwort gefunden.

Der Krater klaffte mitten im Blumenbeet. Am 27. April raste ein großer Eisklotz auf Hettstadt zu, eine kleine Gemeinde westlich von Würzburg. Um kurz nach 10 Uhr schlug die Eisbombe auf dem Grundstück von Johannes Pfetscher ein. Selbst die massive Natursteinmauer am Gartenrand zerriss es in drei Teile.

Als Frank Böttcher die Bilder im Internet sieht, packt ihn die Neugierde. Der Experte des Hamburger Instituts für Wetter- und Klimakommunikation (IWK) fährt ins Frankenland und beginnt dort mit seinen Nachforschungen.

„Ich bin nach dem Ausschlussverfahren vorgegangen“, erklärt er. Die erste Hypothese, der Brocken stamme aus dem All, ist schnell widerlegt. In dem Fall wäre das Eis mit Überschallgeschwindigkeit auf Hettstadt zugeschossen. „Es hätte einen gigantischen Überschall-Knall gegeben.“ Doch Zeugen für den Krach gab es keine. Außerdem bilde auch Eis beim Eintritt in die Atmosphäre einen Feuerschweif – den aber niemand gesehen hat.

Auch eine Laune des Wetters schließt Böttcher aus. Die gewaltigen Aufwinde, die für einen solchen Brocken nötig wären, gab es an jenem 27. April nicht. War es etwa ein Streich? Haben Kinder den Klumpen in der Tiefkühltruhe hergestellt? Auch das kann Böttcher ausschließen.

Eine chemische Analyse ergab: Das Eis besteht nicht aus Leitungswasser. Eine Anfrage bei der Flugsicherheit bringt den Hamburger schließlich auf die richtige Spur: Eine Boeing 737-700 überflog Hettstadt am 27. April um 10.12 Uhr. Der Einschlag im Vorgarten geschah um 10.17 Uhr. Das passe exakt zur errechneten Fallgeschwindigkeit. Und: Der Flieger kam aus nord-westlicher Richtung. Der Einschlagswinkel des Brockens: Nord-West. Böttcher ist überzeugt, dass sich das Eis irgendwo am Flugzeug gebildet hat und über Hettstadt abriss.

Johannes Pfetscher, dessen Blumenbeet zerstört wurde, hat sich offenbar ein gefährliches Fleckchen Erde ausgesucht. Als der Pensionär vor kurzem im Urlaub war, berichtet Böttcher, schlug ein Blitz in seinem Haus ein.

Thomas Schmidt

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