Rätsel um "Kräutermischungen" gelöst

Ansbach - Die Polizei hat das Rätsel um die in Drogenkreisen aufgetauchten ominösen “Kräutermischungen“ nach rund eineinhalb Jahren gelöst.

Als mutmaßlichen Hersteller der gefährlichen Drogencocktails ermittelte die Kripo Mittelfranken einen Unternehmer im Landkreis Ansbach. Der Beschuldigte habe rund 3000 Päckchen der Kräutermischung und anderer Drogen verkauft, teilte die Kriminalpolizei am Freitag in Nürnberg mit. Die Ermittler kamen dem geständigen Mann über einen sichergestellten Computer im baden-württtembergischen Crailsheim auf die Schliche.

Zuvor waren mehrere junge Leute, die die “Kräutermischung“ geraucht hatten, zusammengebrochen; sie erlitten starke Krampfanfälle. In einigen Fällen mussten die Betroffenen sogar auf der Intensivstation behandelt werden.

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Kollaps nach Einnahme von Kräutermischung

Für den Leiter der Kriminalpolizei in Ansbach, Hermann Lennert, ist es eindeutig eine Einstiegsdroge für neue Gesellschaftsgruppen, denn sie wirkt zunächst unscheinbar. “Hier wird eine Droge verharmlost“, sagte Lennert. Verkauft wurde die Mischung in unauffälligen Tütchen mit dem Vermerk, es handle sich dabei um Badesalz oder Glasreiniger und sei nicht für Personen unter 18 Jahren geeignet. Produziert wurden die Kräutermischungen zumeist in unhygenischen Betonmischern in einer belgischen Fabrik, wo die Stoffe nicht illegal sind.

Offenbar aus Profitgier hatte der Kaufmann schließlich begonnen, gemeinsam mit einem Bekannten in Holland die Droge in einer Plastikwanne mit Aceton selbst herzustellen. Den Kräutern mischte er synthetische Cannabinoide bei, teilte die Kriminalpolizei mit. Als Joint geraucht verursachte die Droge Angstzustände, Herzrasen und Krämpfe. Aufgrund der unprofessionellen Produktion waren die Mischverhältnisse in den verkauften Tüten ungleichmäßig verteilt und zum Teil sehr gefährlich für Konsumenten, während andere Mischungen fast wirkungslos waren.

dpa

Rubriklistenbild: © Polizei

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