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Ein vom BKA herausgegebenes Foto zeigt Auto, das zur Ladung eines Autotransporters gehörte, mit einem Kaliber 9 Millimeter Einschussloch.

100.000 Euro Belohnung ausgesetzt

In Bayern: Rätselhafte Schüsse auf Autotransporter

München - Seit 2008 sind Hunderte Wagen auf Autotransportern beschossen worden, auch auf Bayerns Autobahnen. Für Hinweise hat das BKA eine satte Belohnung ausgesetzt.

Nach einer beispiellosen Serie mit Hunderten Schüssen auf Autotransporter in Deutschland erhöht das Bundeskriminalamt massiv den Fahndungsdruck. Seit 2008 schossen unbekannte Täter auf Autobahnen mehr als 700 mal auf Ladungen, wie BKA, Polizei und Justiz am Dienstag in Wiesbaden berichteten. „Wir müssen die Tatserie stoppen, damit nichts Schlimmeres passiert“, sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke. Deshalb werde die Belohnung für Hinweise zur Ergreifung der Täter von bislang 27.000 auf 100.000 Euro erhöht.

BKA-Fotos: Fahndung nach Autotransporter-Schützen

BKA-Fotos: Fahndung nach Autotransporter-Schützen

Bislang fehle von den Tätern jede Spur. „Doch wir wissen, dass in vielen Fällen mit ein und derselben Waffe geschossen worden ist“, sagte Ziercke. Außerdem gehe das BKA davon aus, dass die Schüsse selbst aus Lastwagen abgefeuert wurden. Die jüngsten Schüsse auf Autobahnen waren erst Anfang November in Leipzig an zwei aus Bayern kommenden Autotransportern festgestellt worden. Vor allem die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz seien von den Zwischenfällen betroffen.

Laut Ziercke wird die Gefährdung auch höher eingeschätzt, nachdem der Täter seit Juni 2012 ein Neun-Millimeter-Kaliber verwendet und nicht mehr wie vorher das wesentlich kleinere 22er-Kaliber. Das Neun-Millimeter-Kaliber sei wesentlich gefährlicher, weil die Durchschlagkraft viel höher sei. Zwar schieße der Täter nicht gezielt auf Menschen, aber er nehme Verletzungen und auch die Tötung von Menschen in Kauf. Somit steige die Gefahr für den gesamten Verkehr auf deutschen Autobahnen.

BKA bittet Bevölkerung um Mithilfe

Bislang wurde eine Person durch die Schüsse verletzt. Dabei handelte es sich um eine 40-jährige Geschäftsfrau, die im November 2009 auf der A 3 bei Würzburg angeschossen wurde. Ihre Verletzungen am Hals seien glücklicherweise aber nicht so schwer gewesen. „Es ist ein glücklicher Umstand, dass bislang nicht mehr Personen verletzt worden sind“, sagte der Präsident des Bundeskriminalamts.

In Rheinland-Pfalz kam es auf der A 61 bei Grafschaft zu einem gefährlichen Zwischenfall ohne Verletzte. Hier durchschlug das abgefeuerte Projektil zuerst eine Lärmschutzwand und dann die doppelverglaste Fensterscheibe eines Wohnhauses.

Aber nicht nur Deutschland sei von den Schüssen auf Autotransporter betroffen, hieß es auf der Pressekonferenz in Wiesbaden. Auch in Belgien, Frankreich, Österreich wurden Fälle registriert.

Das BKA bittet jetzt verstärkt die Bevölkerung um Mithilfe, unter anderem mit Plakaten und Handzetteln für Lkw-Fahrer. „Wir suchen Menschen, die Schüsse auf Autobahnen wahrgenommen haben oder Lkw-Fahrer kennen, die eine Waffe besitzen“, sagte Ziercke. Hinweise könnten bei jeder Polizeistelle oder direkt beim Bundeskriminalamt abgegeben werden. Die Staatsanwaltschaften Koblenz und Würzburg führen bereits Ermittlungsverfahren gegen den oder die unbekannten Täter - unter anderem wegen versuchten Totschlags.

dapd

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