Räuberische Erpressung: Viererbande zockt Wucherzinsen ab

München -­ Vier Männer sollen die Notlage ihrer Kreditkunden ausgenutzt und von diesen für Privatdarlehen horrende Zinsen verlangt haben. Jetzt stehen sie vor Gericht.

Wegen bandenmäßiger räuberischer Erpressung und Wuchers müssen sich die 29 bis 38 Jahre alten Männer seit Montag vor dem Münchner Landgericht verantworten. Die Angeklagten aus dem ehemaligen Jugoslawien sollen gemeinsam mit anderen, noch nicht angeklagten, Landsleuten die Zwangslage der Kreditsuchenden ausgenutzt haben, die bei den Banken vergeblich um Darlehen baten.

Sie boten laut Staatsanwaltschaft den Opfern Privatkredite ohne festes Rückzahlungsdatum an, wofür sie 10 bis 20 Prozent Zinsen monatlich verlangten. Gegen den Geldgeber im Hintergrund wird noch ermittelt. Die Angeklagten machten zu den Vorwürfen keine Angaben.

Der Staatsanwaltschaft zufolge drängte die Bande ihre Schuldner dann zur Aufnahme weiterer Kredite, wenn sie die um ein Vielfaches überhöhten Zinsen nicht mehr aufbringen konnten. So seien die Opfer in Abhängigkeit gehalten worden. “Die Darlehen bestehen teils bis heute fort, die überhöhten Zinszahlungen wurden und werden in regelmäßigen Abständen eingetrieben“, heißt es in der Anklageschrift.

In vielen Fällen seien säumige Zahler physisch und psychisch unter Druck gesetzt worden. So sollen Opfer mit Beschimpfungen und Drohungen am Telefon terrorisiert worden sein. “Wenn du heute eine Anzeige bei der Polizei machst, bin ich morgen eh wieder draußen, da ich Kumpels bei der Polizei habe“, drohte beispielsweise einer der Angeklagten einem Schuldner laut Staatsanwaltschaft. In einigen Fällen soll die Bande Kreditnehmer zur Abgabe ihrer Autos gezwungen haben. Andere Opfer wurden laut Anklage zusammengeschlagen. Der Prozess ist auf 24 Sitzungstage bis Mittel April 2011 terminiert.

dpa

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