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Eine Wildtierkamera hat am 24.05.2011 einen von der Fuchsräude befallenen Fuchs aufgenommen. In Bayern sind auf Feldern und in Wäldern derzeit verstärkt räudige Füchse zu sehen.

Furchtbarer Anblick

Räudige Füchse vermehrt in Bayern zu beobachten

Räudige Füchse sehen fürchterlich aus. Ihr sonst so schöner buschiger Schwanz ist fast haarlos und die Tiere sind meist abgemagert bis auf die Knochen. Die von Milben ausgelöste Krankheit Fuchsräude ist in ganz Bayern verbreitet - derzeit sieht man die Tiere verstärkt.

In Bayern sind auf Feldern und in Wäldern derzeit verstärkt räudige Füchse zu sehen. Die von der Fuchsräude befallenen Tiere haben lichtes Fell, sind deutlich abgemagert und verhungern oder erfrieren in den meisten Fällen. Dass sich die von Milben ausgelöste Krankheit im Freistaat ausbreitet, können Experten dennoch nicht bestätigen. „Die Ergebnisse des Fuchsmonitorings im Freistaat haben gezeigt, dass die Räude eigentlich immer in Bayern vorkommt und überall mal mehr und mal weniger auftritt“, sagte Christof Janko von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft der Deutschen Presse-Agentur. Er schätzte, dass in der Regel zehn bis 20 Prozent der Füchse die Räude haben.

Dass die kranken Tiere derzeit häufiger anzutreffen sind, hat indes einen anderen Hintergrund: Ende Dezember beginnt die Paarungszeit der Füchse. „Da werden die Fähen aufgesucht von den Rüden. Da ist denen auch egal, ob Tag oder Nacht ist“, erklärte der Experte für Wildtierkrankheiten. Deshalb sei die Wahrscheinlichkeit im Moment höher, einen Fuchs zu sehen.

Zudem breite sich der Fuchs immer mehr in den Städten aus. Das sei ein weiterer Grund, warum das Tier - ob gesund oder krank - öfter beobachtet werde. „In der Stadt haben wir mehr Füchse als auf dem Land“, sagte Janko weiter, der seine Doktorarbeit über Füchse geschrieben hat. Von der Dichte her lebten dort zehn- bis zwölfmal mehr Füchse als auf dem Land. „Der Fuchs ist eines unserer anpassungsfähigsten Tiere.“ In den Städten und Dörfern finde er seine lebensnotwendigen Ressourcen - Nahrung, Unterschlupf und Tagesschutz - viel näher beieinander als auf dem Land. „Und er wird in der Stadt auch nicht bejagt“, so Janko.

Die Fuchsräude tritt dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit zufolge vor allem in Gebieten mit einer hohen Fuchspopulation auf. Sie wird durch die Grabmilbe verursacht, die unter der Haut der Tiere ihre Eier ablegt. Das juckt den Fuchs, er kratzt sich, bringt so Dreck in die meist offenen Wunden, die sich dann entzünden. Meist geht die Krankheit mit Organversagen einher. Der Großteil der Tiere überlebt nicht.

Für die Menschen ist die Fuchsräude ungefährlich, weil sich die Milbe in der menschlichen Haut nicht fortpflanzen kann. Hunde dagegen können von der parasitären Hauterkrankung befallen werden - wenn sie mit den kranken Füchsen oder deren abgekratzten Krusten in Berührung kommen. Dennoch: „Beim Hund ist das eher eine Ausnahmeerscheinung“, sagte Janko dazu. Zudem sei die Räude beim Hund behandelbar.

Bei den Füchsen verbiete sich eine medikamentöse Behandlung. „Wir haben einen natürlichen Kreislauf, da gehören Leben und Sterben dazu. Es ist ein natürlicher Selektionsfaktor“, so der Experte.

Wer kranke Tiere sieht, sollte sie dem örtlichen Jäger melden. „Wir appellieren an die Jägerschaft, betroffene Tiere zu erlösen. Erfrieren und verhungern - das ist ein grausamer Tod“, sagte der Wildbiologe Janko.

In Bayern haben die Jäger dem Landesjagdverband Bayern zufolge im vergangenen Jahr mehr als 100 000 Füchse geschossen. Wie viele Füchse im Freistaat leben, konnte Janko nicht sagen. „Wir gehen davon aus, dass drei- bis viermal mehr Füchse da sind als geschossen werden.“

dpa

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