„Rambo-Rehbock“ ging auf Spaziergänger los

Eslarn – Die örtlichen Medien nannten ihn „Rambo-Rehbock“ – denn wochenlang narrte ein aggressiver Sechsender Jäger und sogar die Polizei im Raum Eslarn in der Oberpfalz.

Völlig unberechenbar war das Tier nahe der Tillyschanze an der Grenze zu Tschechien durchs Unterholz gebrochen und hatte Spaziergänger angegriffen. Am ärgsten traf es Martin K. (39) aus Eslarn: 45 Minuten rang er mit dem Tier, das ihn auf einer Lichtung unvermittelt von hinten angegriffen hatte. Immer wieder packte K. den Bock an den Hörnern und stieß ihn ins Gebüsch. Doch er kam zurück, stieß seine Hörner ins rechte Bein von Martin K.: „Ein Kind hätte gegen das Viech wahrscheinlich keine Chance gehabt“, sagte K. Am Tag darauf traf es Josef Forster. Er war im Fahrbachtal auf Foto-Tour unterwegs, als er Bekanntschaft mit dem Rehbock schloss: „Der lief fünfmal mit Anlauf auf mich zu.“ Erst beim fünften Mal schlug ihn Forster mit einem Stock in die Flucht. Der Bock verzog sich ins Unterholz.

Das Landratsamt beauftragte daraufhin Jäger mit einer Treibjagd – um „die öffentliche Sicherheit wiederherzustellen“, heißt es. Diese durchstreiften ein Gebiet von der Größe von 500 Fußballfelder. Die Treibjagd blieb erfolglos – doch plötzlich stellte sich der Bock drei Jägern auf Patrouille in den Weg. Sie fingen das Tier mit bloßen Händen – ein Veterinär tötete es daraufhin.

Eine erste Untersuchung im Landesamt für Gesundheit in Oberschleißheim (Kreis München) ergab keine Hinweise auf Tollwut. Die Warnschilder auf der Tillyschanz sind wieder abgebaut worden. Forstbetriebsleiter Stefan Bösl glaubt, dass es sich bei dem Tier um ein Reh handelt, das von Menschen mit der Milchflasche aufgezogen wurde. „Sobald er dann geschlechtsreif wird, wird er aggressiv“, meint Bösl. „Dann haben die Leute aus falsch verstandener Tierliebe heraus den Bock im Wald ausgesetzt.“

mm

Rubriklistenbild: © dpa

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