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Der Nobel-Unterstand: Hier parken Ferr ari und Porsches unterm Dach und sind so wenigstens ein wenig vorm Wetter geschützt

Rappelvoll! Der Fuhrpark der Autoschieber

Raubling - Parkplatznot, wo man es eigentlich am wenigsten erwartet: Der Abstellplatz für sichergestellte Luxusautos bei der Rosenheimer Schleierfahndung im benachbarten Raubling platzt aus allen Nähten.

90 Superautos und Nobelhobel, die seit Januar im Grenzgebiet kontrolliert und beschlagnahmt wurden, stehen hier herum. So viele wie noch nie. „Das ist absoluter Rekord“, heißt es von Seiten der Polizei.

Ein Rekord, der sich auch zählen lässt: Autos im Wert von drei Millionen Euro warten auf die längst fällige Bewegungsfahrt, bei einigen kriecht schon das Gras durch die Tür! Die Hitliste dieser Wagen führt BMW mit 21 Exemplaren vor Mercedes (20) sowie Audi (11) und VW (9) an. Neben diesen beliebten Automarken finden sich aber auch ein Ferrari F 360, ein Porsche Panamera und ein Jaguar.

Der Nobel-Unterstand: Hier parken Ferr ari und Porsches unterm Dach und sind so wenigstens ein wenig vorm Wetter geschützt

Alle sind sie illegal nach Deutschland gelangt. Zuvor wurden sie geklaut, nicht bezahlt, einfach mitgenommen. Schließlich boomt der kriminelle Autohandel mit hochwertigen Wagen. Waren es im vergangenen Jahr nur insgesamt 105 Autos, die die Rosenheimer Schleierfahnder erwischten, sind es jetzt schon 90 Wagen. „Der Autoschmuggel hat definitiv zugenommen“, sagt Alfons Zehnter von der Fahndungsstelle. Die organisierten Bandenmitglieder reisen vorwiegend nach Italien, leasen dort unter falschem Namen ein Auto – oder klauen es direkt – und verschieben es.

Endstation ist dann oft Raubling. Doch durch die Kontrolle der Schleierfahnder werden immer mehr Schmuggler auf der Autobahn geschnappt. Während die Schieber in U-Haft landen, geht’s für die Luxusautos auf den Parkplatz: bis ein rechtmäßiger Eigentümer festgestellt wird – was dauern kann. Manchmal bekommt der Besitzer statt seines vierrädrigen Lieblings nur Geld: Denn nach einer Verwahrfrist wird der Wagen versteigert – und das Geld für den Eigentümer gebunkert. Doch momentan ist sogar dieser Ablauf gestört. Zu viele Autos werden entdeckt. Zehntner seufzt: „Es ist ein Fass ohne Boden.“

Und neben der Kriminalität ist auch Leasing ein großes Problem. „Viele können ihre Raten nicht mehr bezahlen, diese Autos werden sichergestellt“, sagt Zehntner. Und sie kommen ebenfalls zur Schleierfahndung.

AW

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