Verfolgungsjagd mit Hubschrauber und Streifenwägen

Rasante Flucht: Gesuchter Autofahrer verliert die Nerven

Rosenheim - Als Polizisten der Schleierfahndung den Mann (63) auf der A8 kontrollieren wollen, rast er davon. Es folgen halsbrecherische Fahrmanöver. Jetzt sucht die Polizei andere Personen, die der Mann gefährdet oder genötigt hat. 

Am Mittwochvormittag gegen 10.30 Uhr bemerkten bayerische Schleierfahnder der PI Fahndung Rosenheim auf der A8 Höhe Bad Feilnbach einen roten Toyota mit Landshuter Kennzeichen. 

Das Auto wurde wegen Unterschlagung gesucht, gegen den vermeintlichen Fahrer bestand ein internationaler Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Landshut wegen eines Vermögensdeliktes.

Die Polizisten gaben sich mit Polizeikelle und Blaulicht zu erkennen und forderten den Fahrer zum Anhalten am Parkplatz „Eulenauer Filz“ auf. Es schien, als würde der Fahrer der Anweisung nachkommen. Plötzlich änderte er jedoch sein Vorhaben und versuchte, vor der Polizeikontrolle zu fliehen. 

Mit Tempo 160 raste er davon und wechselte ständig die Spur. An der Autobahnausfahrt Bad Aibling wollte er ausfahren, schaffte es jedoch nicht und fuhr rasant weiter. Schließlich fuhr über die neue Ausfahrt Rosenheim West und raste weiter mit 140 in Richtung Kolbermoor. 

Mehrer Streifenwagen der umliegenden Polizeidienststellen waren inzwischen an der Verfolgungsjagd beteiligt sowie ein Polizeihubschrauber: Bei günstiger Gelegenheit sollte das Fahrzeug gestoppt werden.

Gefährliche Überholmanöver zwingt andere Fahrzeuge zum Ausweichen

Obwohl sich die direkt folgenden Polizeifahrzeuge absichtlich zurückfallen ließen, setzte der Gesuchte seine gefährliche Fahrt über den Schwaiger Kreisel und Pang in Richtung Westerndorf und Au fort. Anhalteversuche umfuhr er mit halsbrecherischen Fahrmanövern und überholte mehrmals in der Folge - inner- und außerorts, mit hoher Geschwindigkeit und ohne Sicht zu haben. So mussten mehrere Verkehrsteilnehmer in die Wiese ausweichen, um einen Zusammenstoß zu vermeiden.

Schließlich fuhr er bei der Anschlussstelle Bad Aibling erneut auf die Autobahn, um in Richtung Salzburg zu fliehen. Dort bereitstehende Polizeifahrzeuge setzten sich neben und hinter das Fluchtfahrzeug. Ein Lkw-Fahrer, der die Situation im Rückspiegel erkannte, verhinderte das Vorbeirasen des Toyota über den Standstreifen. Nun stoppte der Flüchtende und gab auf. Der nachfolgende Verkehr wurde von Polizeifahrzeugen soweit gedrosselt, dass es zu keinen weiteren Gefährdungen kam.

Mann gibt an, die Nerven verloren zu haben

Der 63-jährige Deutsche ließ sich widerstandslos festnehmen. Auf der Dienststelle schüttelte er über sein lebensgefährdendes Verhalten selbst den Kopf. Er gab an, angesichts der drohenden Polizeikontrolle die Nerven verloren zu haben. Er ging in Haft und muss sich neben seinen bisher begangenen Straftaten noch wegen Straßenverkehrsgefährdung und Nötigung im Straßenverkehr verantworten. Glücklicherweise wurde keine Person verletzt. Über Sachschaden ist gegenwärtig ebenfalls noch nichts bekannt.

Die Polizei bittet Verkehrsteilnehmer, welche von dem flüchtenden Mann in dem roten Toyota mit Landshuter Kennzeichen gefährdet oder genötigt wurden, sich bei der Polizeiinspektion Fahndung Rosenheim unter der Telefonnummer 08035/9068-210 zu melden.

mm/tz

Rubriklistenbild: © dpa

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