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Notarzt mit 172 000 Unterstützern: Für Alexander Hatz setzen sich Menschen aus ganz Deutschland ein. Er hatte nach einer Einsatzfahrt einen Strafbefehl bekommen.

Große Solidarität für Alexander Hatz

"Rasender" Notarzt: "Das ist absoluter Wahnsinn"

Karlshuld - Zuspruch, Anrufe, Blumen: Notarzt Alexander Hatz, der nach einer Einsatzfahrt einen Strafbefehl über 4500 Euro erhielt, ist überwältigt von der Solidarität. In seinem Fall tut sich auch was.

„Es ist gigantisch, absoluter Wahnsinn“. Alexander Hatz macht die Unterstützung, die dem Notarzt aus dem oberbayerischen Neuburg an der Donau im Moment entgegengebracht wird, fast sprachlos. Er bekommt Blumen zum Dank, Anrufe. Sein Fall hat vor allem im Internet einen Proteststurm entfacht. Mehr als 172 000 Menschen forderten bis Sonntagnachmittag in einer Online-Petition „Freispruch“ für den 51-Jährigen, der wegen Gefährdung des Straßenverkehrs angezeigt worden ist (wir berichteten). Ein Mann aus Hamburg hatte die Unterschriften-Aktion gestartet, die an die Bayerische Justiz übergeben werden soll. Andere Menschen haben sich bereiterklärt, die Geldstrafe von Hatz per Spende zu übernehmen, wenn es zu einer Verurteilung kommen sollte. Einige boten sogar an, dann einen Fahrdienst zu organisieren, um ihn zu seinen Einsatzstellen zu bringen.

Der Notarzt war im vergangenen April ins gut zehn Kilometer entfernte Karlshuld geschickt worden. Ein zweijähriges Mädchen drohte zu ersticken. Auf der Fahrt mit Blaulicht und Martinshorn musste der Mediziner mehrere Autos überholen. Einer der Fahrer zeigte ihn an, der Arzt bekam einen Strafbefehl über 4500 Euro. Außerdem droht ihm der Führerscheinentzug für sechs Monate.

Münchner Generalstaatsanwalt soll seine Akten angefordert haben

„Ich bekomme auf meinem Facebook-Account Freundschaftsanfragen, Nachrichten und Zuspruch aus der ganzen Bundesrepublik, sogar aus dem Ausland, von Leuten, die ich noch nie gesehen habe“, sagt Hatz unserer Zeitung. „Anfangs habe ich mich bei jedem bedankt, das schaffe ich gar nicht mehr.“ Inzwischen soll auch der Münchner Generalstaatsanwalt seine Akten angefordert haben.

Die Anteilnahme zeigt Alexander Hatz vor allem eines: Eine Diskussion darüber, ob ein lebensrettender Einsatz oder freie Fahrt für andere mehr Priorität besitze, sei überfällig. „Es gibt leider immer wieder Probleme, dass Fahrzeuge den Weg nicht frei machen“, sagt der Oberbayer, auch nach vielen Gesprächen mit Notarzt-Kollegen.

Er hat Einspruch gegen den Strafbefehl eingelegt und muss sich wohl im April vor dem Neuburger Amtsgericht verantworten. Bis dahin will er weiter ganz normal seiner Arbeit nachgehen. Angst vor einer Verurteilung habe er nicht. „Vielmehr schon jetzt Respekt vor dem riesigen Medieninteresse, das ein Prozess hervorrufen würde.“

Marco Mach

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