ADAC-Test

Rastanlagen: Viele Mängel auch in Bayern

München - Rastgelegenheiten an Autobahnen waren schon einmal besser. Beim ADAC-Test für Autohöfe kommt Bayern nicht gut weg.

Wer sich anstrengt, kann etwas erreichen. So wurde der Autohof Dasing bei Augsburg im Jahr 2002 von ADAC mit mangelhaft bewertet. Er riss sich am Riemen und arbeitete sich – bis er 2006 wieder in die Auswahl der Tester kam – nach oben auf ausreichend. Es war aber wohl ein Fehler, sich nun schon auf den Lorbeeren auszuruhen. 2013 landete Dasing – nun wieder mit mangelhaft – auf dem vorletzten Platz. Nur der Autohof Plötzin (Berliner Ring) war noch schlechter.

Der jährliche Test erfasst allerdings nicht alle Raststätten sondern – in Stichproben nur einen Teil. Wer von Dasing aus den Wegweisern erst nach München und dann nach Nürnberg folgt, kommt an der Raststätte Fürholzen (diesmal nicht im Test) vorbei zum Autohof Schweitenkirchen und findet dort, was er in Peiting vergeblich sucht. Die Tester notierten: „attraktiver Kinderspielplatz im Außenbereich sicher vom Verkehr abgeschirmt“. Und: „große Auswahl an attraktiven Speisen, appetitlich angerichtet, sehr schmackhaft“. Reisende können dort auch damit rechnen, dass die Hygienewerte auf der Toilette wenigstens gut sind.

Das gilt auch für die Raststätte Pentling Ost, an die man kommt, wenn man auf der Autobahn München – Nürnberg bei Wolnzach in Richtung Regensburg abbiegt. Dort findet der Rastsuchende auch Fußwege entlang der Parkplätze und markierte Übergänge zum Gebäude. Es war das beste, was die Tester in Bayern aufspürten.

In einem Punkt sind gute und mangelhafte Rastgelegenheiten an Bayerns Autobahnen gleich: „Testmenüs sehr teuer.“ Wer vor allem auf günstiges Essen Wert legt, kann Schnaittach (A9 Berlin – München) und Parsberg (A3 Nürnberg – Passau) ansteuern. Kulinarisch allerdings lohnt sich das nicht: „Mäßig schmackhaft“ notierten die Tester mehrfach.

Insgesamt zieht der ADAC bei seinem diesjährigen Raststätten-Test ein sehr nüchternes Fazit: „Das war wohl nichts.“ Immerhin sieht er deutliche Vorteile bei den Raststätten gegenüber Autohöfen, vor allem bei der Verkehrsgestaltung, der Eignung für Familien und den Hygienewerten. Bei den Preisen, den Außenanlagen und dem Zugang hatten aber die Autohöfe die Nase vorn.

Ein schlechter Tag mit viel krankem Personal kann übrigens nicht als Ausrede dienen. Jeder Autohof wurde von unterschiedlichen Testern zweimal, unangemeldet aufgesucht. Dabei wurde eine mehr als 110 Punkte umfassende Checkliste abgearbeitet, die sich in die Kategorien Verkehrsgestaltung, Außenanlage und Zugang, Service, Gastronomie, Shop/Kiosk, Familienfreundlichkeit, Sanitäranlagen, Hygiene und Preise gliederte.

Rubriklistenbild: © dpa

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