Bluttat in Pfaffenhofen

Raubmord im Getränkemarkt

Pfaffenhofen - Eine grausame Bluttat – mitten in einer Wohnsiedlung. Am Samstagabend wurde der Leiter eines Getränkemarktes in Pfaffenhofen an der Ilm erstochen. Ein Mitarbeiter fand ihn einen Tag später in seinem Blut liegend. Die Kasse ist leer.

Radlhöfe ist ein idyllisches Wohngebiet in Pfaffenhofen, der „lebenswertesten Kleinstadt der Welt“. Hier, wo der Gerolsbach gemütlich vorbeifließt und Kinder gerne auf der Straße spielen, wo einige hundert Meter weiter die Georg-Hipp-Realschule und das Schyren-Gymnasium stehen, geschah ein grausamer Raubmord.

Samstag, kurz vor 18 Uhr. Es ist ein warmer Sommerabend in der Holledau. Der 61-jährige Marktleiter aus dem Landkreis Roth wird seinen Fristo-Getränkemarkt an der Scheyerer Straße gleich schließen. In ein paar Stunden will er wieder zuhause in Mittelfranken sein. Dort wartet schon seine Ehefrau auf ihn – aber sie wird ihn nie wieder lebend sehen. Am Sonntagvormittag meldet die besorgte Frau ihren Gatten bei der Pfaffenhofener Polizei als vermisst. Ihr Mann sei nicht, wie vereinbart, am Samstagabend nach Hause gekommen und auch telefonisch könne sie ihn nicht erreichen. Außerdem bittet sie einen Kollegen, nach dem Marktleiter zu suchen. Wenig später macht jener Mitarbeiter die grauenhafte Entdeckung. Er findet seinen Chef mitten im Laden in einer Blutlache – tot.

Klar ist, dass der Geschäftsführer mit mehreren Messerstichen in den Oberkörper getötet wurde. Das ergab eine Obduktion in München am Sonntagabend. Demzufolge verstarb der Mann durch „inneres Verbluten“.

Hinweise auf einen Täter gibt es dagegen noch nicht. „Wir haben zwar schon ein paar Anrufe bekommen, aber der entscheidende Tipp war noch nicht dabei“, erklärte Michaela Grob, Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord in Ingolstadt. Die Kriminalpolizei Ingolstadt stellte fest, dass mehrere Tausend Euro aus der Kasse fehlen. „Es war mit Sicherheit mehr als eine Tageseinnahme“, sagte Grob. Ob der Täter wusste, dass der Marktleiter die Kasse nicht regelmäßig leerte?

Vor einem halben Jahr soll das Opfer den Chefposten im Getränkemarkt angetreten haben. Seitdem pendelte der Geschäftsführer zwischen Roth und Pfaffenhofen. Vorfälle gab es in dem Laden nie. „Uns ist nicht bekannt, dass dort schon einmal etwas passiert wäre“, berichtete Grob. Seit Sonntag suchen die Polizisten auf dem Gelände, im Wohngebiet und sogar im Gerolsbach nach Hinweisen. Die Kripo Ingolstadt hat für den Fall eine siebenköpfige Ermittlungsgruppe, die EG Radlhöfe, eingerichtet. Auch sie hofft auf Zeugen, die sich am Samstagnachmittag in der Gegend aufgehalten und etwas Verdächtiges bemerkt haben.

von Alexander Kaindl

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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