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Franz Bergmüller (Mitte)

Rauchverbots-Gegner frustriert - Warnung vor Spaltung

München - Lange Gesichter bei den Rauchverbots-Gegnern: Die Wähler wollen keine Ausnahmen mehr für den blauen Dunst in Bayern. Nicht nur das Wirtshaussterben, sondern auch der Streit ums Rauchen dürfte damit aber nicht zu Ende sein, warnen die frustrierten Gegner des Verbots.

Gedrückte Stimmung bei den Rauchverbots-Gegnern in München: Als am Sonntagabend die ersten Abstimmungsergebnisse des Volksentscheids zum absoluten Rauchverbot per Flachbildschirm auf die Wahlparty eingespielt werden, kann Franz Bergmüller seine Enttäuschung kaum verhehlen. In mehreren Landkreisen sind die Gegner des blauen Dunstes klar in der Mehrheit. Bis auch die großen Städten ausgezählt sind, will der Gastwirt und Sprecher des Aktionsbündnisses “Bayern sagt Nein“ die Hoffnung zwar zunächst nicht aufgeben. Doch gegen 20.00 Uhr steht weitgehend fest, dass sich die bayerischen Wähler für das Verbot entschieden haben.

Seit Monaten wirbt Bergmüller mit seinem von der Zigarettenindustrie mitfinanzierten Bündnis dafür, dass das Rauchen in Nebenräumen von Wirtshäusern, in kleinen Kneipen und in Bierzelten auch künftig erlaubt bleibt. “Die Kernbotschaft war, die Entscheidungsfreiheit muss erhalten werden“, sagt er. “Uns geht's genauso um den Nichtraucherschutz“, dennoch sei man dafür gewesen, dass Ausnahmen erlaubt bleiben. Denn es sei die freie Entscheidung jedes einzelnen Bürgers, ob er sich in einem Raum aufhält, in dem geraucht wird.

Rund 30 Unterstützer hat Bergmüller bei der Wahlparty im Café Atlas um sich versammelt, viele von ihnen sind Wirte, auch Kinder haben sie mitgebracht. Ein paar sind in blauen T-Shirts mit der Aufschrift “Freiheitskämpfer“ gekommen, längst nicht jeder raucht. Sorge macht ihnen nun nicht nur die Zukunft der kleinen Eckkneipen, auch die Organisatoren von Volksfesten dürften große Schwierigkeiten bekommen, ein Rauchverbot in Bierzelten durchzusetzen, warnen sie. “Diese Abstimmung geht nur darum, die Kleinen kaputtzumachen“, sagt Jürgen Koch, der Betreiber des Café Atlas.

Rund 30 Unterstützer hat Bergmüller bei der Wahlparty im Café Atlas um sich versammelt, viele von ihnen sind Wirte, auch Kinder haben sie mitgebracht. Ein paar sind in blauen T-Shirts mit der Aufschrift “Freiheitskämpfer“ gekommen, längst nicht jeder raucht. Sorge macht ihnen nun nicht nur die Zukunft der kleinen Eckkneipen, auch die Organisatoren von Volksfesten dürften große Schwierigkeiten bekommen, ein Rauchverbot in Bierzelten durchzusetzen, warnen sie. “Diese Abstimmung geht nur darum, die Kleinen kaputtzumachen“, sagt Jürgen Koch, der Betreiber des Café Atlas.

Dass Bayern jetzt vor dem deutschlandweit strengsten Rauchverbot in der Gastronomie steht, liege auch an der geringen Wahlbeteiligung, glaubt Bergmüller. “Wer zuhause geblieben ist, hat die Gegenseite unterstützt“, sagt er. Dann hätten wenige Prozent der Bevölkerung einen großen Teil der Menschen “majorisiert“. Der Streit um den Qualm dürfte deshalb trotz des klaren Votums mancherorts erst richtig losgehen, ist der Gastwirt überzeugt. “Das wird nicht zur Befriedung der Gesellschaft beitragen, sondern zu einer weiteren Spaltung und zum Denunziantentum.“

Er selbst will die Niederlage allerdings sportlich nehmen. “Wenn die Entscheidung gefallen ist, werden wir sie akzeptieren“, sagt der Gründer des Vereins zum Erhalt der Bayerischen Wirtshauskultur (VEBWK). “Wenn's so ist, dann ists halt so.“ Allerdings: Auch künftig und mit einem neuen Gesetz müsse Rauchen in geschlossenen Gesellschaften erlaubt sein, wenn der Gastgeber das so wolle. Um das durchzusetzen, will Bergmüller notfalls auch zu juristischen Mitteln greifen.

dpa

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